Die Ritterstraße, die Hindenburgstraße, die Moltkestraße – in den vergangenen Jahren wurden in verschiedenen Mainzer Stadtteilen Fahrradstraßen eingerichtet. Hier geben die Radfahrer das Tempo vor, während andere Fahrzeuge auf der Fahrbahn nur noch „zu Gast“ sind. Für Autofahrer gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern, zudem müssen sie besondere Rücksicht nehmen. Auch die Parkflächen sind teils eingeschränkt.
Bereits 2020 hatte der Stadtrat beschlossen, zusätzliche Fahrradstraßen in Mainz auszuweisen, um die Radinfrastruktur in der Stadt zu fördern und das Radfahren sicherer zu machen. Außer der Altstadt war etwa auch Gonsenheim darunter „Die Ausweisung von Fahrradstraßen hat sich als ein zentrales Element für eine komfortable und sichere Radverkehrsführung erwiesen“, so erklärt es die Stadt.
Netz aus Fahrradstraßen in Mainz geplant
Fahrradstraßen sind meistens Streckenabschnitte, die abseits von stark befahrenen Straßen liegen. So könnten die Radfahrer „entspannter fahren“, vor allem auch Kinder. Geplant ist, ein Netz aus Fahrradstraßen in Mainz entstehen zu lassen, damit Radfahrer schneller an ihr Ziel gelangen und um Lärm und Abgase zu reduzieren.
In Gonsenheim ist ebenfalls vorgesehen, einige Straßen zu Fahrradstraßen umzuwidmen und die Wege für Radfahrer besser auszubauen. Dazu gehört etwa die Kurt-Schumacher-Straße. Doch passiert ist hier bisher noch nichts. „Warum dauert das so lange? Wo liegt das Problem?“, fragt daher ein Merkurist-Leser in einem Snip. Die Stadt gibt auf Merkurist-Anfrage lediglich folgende Antwort: „Die Planungen zur Umsetzung der Kurt-Schumacher-Straße befinden sich derzeit noch in Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde und der Verkehrstechnik.“ Wann genau die Straße zur Fahrradstraße werden könnte, sagt die Pressestelle jedoch nicht.
Dafür steht eine andere Achse in Gonsenheim schon fest. So sollen spätestens Anfang Juli gleich mehrere zusammenhängende Straßen zu Fahrradstraßen umgewidmet werden: Max-Planck-Straße, Annastraße, Marienstraße, Gutenbergstraße und Klosterstraße. Bei regenfreiem Wetter sollen hier demnächst die Markierungsarbeiten starten, so die Stadtpressestelle. Finanziert wird die Umwidmung samt Markierung und Schildern über den Haushaltstitel „Radinfrastruktur“. Dieses Geld steht der Stadt zur Verfügung, um Maßnahmen für den Radverkehr in der Stadt umsetzen zu können. Jeweils 500.000 Euro betrug das Budget laut der Stadt in den vergangenen beiden Haushaltsjahren.
Das fahrRad-Büro der Stadt arbeitet dazu mit zwei externen Fachplanungsbüro das „Radnetz Mainz“ aus. Dazu gehört etwa, welche Straßen zu Fahrradstraßen umgewidmet werden können und welche zusätzlichen Elemente die Radinfrastruktur fördern können. Eine der nächsten Maßnahmen soll die Überquerung der Windmühlenstraße zum Zitadellenweg in der Mainzer Altstadt sein. Sie soll noch im Herbst radfreundlich umgebaut werden, so die Stadt.