Jan (13) sammelt jedes Wochenende Müll am Rheinufer

Jan aus Mainz hat keine Lust auf ein vermülltes Rheinufer. Deswegen ist der 13-Jährige nun jedes Wochenende unterwegs und sammelt stundenlang Müll ein. Was motiviert ihn? Darüber haben wir mit Jan gesprochen.

Jan (13) sammelt jedes Wochenende Müll am Rheinufer

Normalerweise spielen 13-Jährige auf dem Bolzplatz, treffen Freunde, oder gründen ihre erste Band. Doch wegen Corona ist das für Kinder und Jugendliche gerade nicht möglich. Jan Heinermann (13) aus Mainz-Bretzenheim hat sich während der Corona-Krise ein ganz besonderes Hobby angeeignet: Der Siebtklässler sammelt an Wochenenden Müll am Rheinufer auf. Doch wie kam er mit gerade einmal 13 Jahren auf diese Idee?

Im Gespräch mit Merkurist verrät er: „Ich mache gerne Fahrradtouren und dabei ist mir aufgefallen, dass am Rheinufer viel Müll liegt.“ Das habe ihn ziemlich mitgenommen, sagt Jan. Gerade Plastikmüll wird in die Meere gespült und schädigt sensible Ökosysteme. Also beschloss Jan, seinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Seit rund einem Monat geht er an Wochenenden mit seinem Fahrrad, Handschuhen und Müllsäcken auf Touren und sammelt den Müll ein. „Meistens beginne ich in Laubenheim oder Weisenau und arbeite mich dann in Richtung Oppenheim vor“, erklärt er. Eine Tour dauert bei Jan zwei bis drei Stunden, klar dass das gerade im Winter nicht immer angenehm ist: „Manchmal habe ich danach eiskalte Finger und Zehen, aber es ist mir wichtig und es macht auch Spaß“, so Jan. Umso mehr freut er sich schon auf die wärmeren Frühlingsmonate.

Freunde, Eltern und Lehrer sind begeistert

Wegen der Corona-Regeln ist Jan meistens alleine auf Tour, lieber wäre er aber in Begleitung von Freunden. „Natürlich habe ich auch schon mit meinen Freunden darüber gesprochen, wenn die Coronalage besser ist, dann wollen wir zusammen Müll sammeln gehen.“ Sogar Jans Lehrer sind ganz begeistert von seinem Einsatz und wollen ihn unterstützen, sobald es möglich ist. Und auch seine Eltern finden toll, dass Jan sich so engagiert. Zusammen mit seinem Vater, der Schreiner ist, hat Jan sogar eine Müllkralle aus Holz konstruiert.

Auf seinen Rheintouren findet Jan allerhand Müll, zum Beispiel alte Schuhe, Plastikflaschen und sogar leere Bierfässer. „Der meiste Müll ist aus Plastik, davon sammle ich besonders viel ein, weil die Natur das Plastik nicht abbauen kann“, sagt Jan. Knapp eineinhalb Müllsäcke füllt der 13-Jährige pro Tour. Wenn er mit seiner Route fertig ist, stellt Jan seine Säcke an städtische Mülltonnen – und das führt manchmal auch zu Missverständnissen. „Wenn Leute vorbeikommen fragen sie auch mal: Hast du keine Mülltonne zuhause? Ich erkläre dann, dass ich den Müll gerade am Ufer eingesammelt haben, dann finden sie es meistens gut. Manche haben sogar schon gesagt, dass sie mal mitmachen wollen“, sagt Jan.

„Mit Umweltschutz sollte man nicht warten.“ - Jan Heinermann

Für die nächsten Jahre hat Jan schon große Pläne: Wenn er älter ist, will er seine eigene Partei gründen. „Die Partei soll sich dann für Umweltschutz und Tiere einsetzen“, gibt der 13-Jährige schon als Ziel vor. Ein Ende seiner Touren ist für Jan noch nicht in Sicht. „Tja“, sagt er: „Ich habe am Wochenende doch Zeit und ich finde, mit Umweltschutz sollte man nicht warten.“

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