Wie gefährlich ist Radon?

Das radioaktive Edelgas Radon gilt als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Wie stark Mainz betroffen ist und wie Ihr Euch schützen könnt.

Wie gefährlich ist Radon?

Wer in den Bad Kreuznacher Radonstollen geht, erhofft sich vor allem eines: die Linderung von Schmerzen. Denn mit dem radioaktiven Edelgas werden vor allem Rheuma, Arthrose, chronische Bronchitis und Hautkrankheiten wie Schuppenflechte behandelt. Schmerzen können so für mehrere Monate gelindert, der Verbrauch von Schmerzmitteln gesenkt werden. Dass Radon aber nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch -gefährdend sein kann, weiß so mancher vermutlich nicht.

Radon entsteht durch den Zerfall von Radium, das wiederum durch den Zerfall von Uran entsteht. Letzteres ist in verschiedenen Konzentrationen in Böden enthalten. Je höher die Konzentration von Uran, desto höher ist auch der Anteil von Radon. „Dabei spielt aber auch die Durchlässigkeit des Bodens eine Rolle“, sagt Milan Sell, Sprecher des Landesamts für Umwelt Rheinland-Pfalz. Laut Bundesamt für Strahlenschutz liegt die Konzentration von Radon in Mainz und Umgebung bei etwa 20.000 bis 40.000 Becquerel pro Kubikmeter. Das Landesamt für Umwelt empfiehlt bereits ab einer Konzentration von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft Maßnahmen zu ergreifen. Wie hoch letztlich der Anteil an einzelnen Messstellen oder in Gebäuden ist, hängt von der geologischen Beschaffenheit des Bodens sowie der Witterung ab.

Dass Radon in der Bodenluft vorkommt, ist somit nichts Ungewöhnliches. Gefährlich wird es dann, wenn sich die Konzentration in der Atemluft in geschlossenen Räumen erhöht. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass Radon durch Risse in Wänden, undichte Rohre, das Trinkwasser oder Baumaterialien in Gebäude eindringt. Gerade im Keller und im Erdgeschoss ist die Konzentration am höchsten, da sich das Gas in höheren Stockwerken mehr mit radonarmer Luft vermischt.

Erhöhtes Krebsrisiko

Univ.-Doz. Peter Hollaus vom Lungenzentrum des Katholischen Klinikums Mainz (KKM) weiß um die gesundheitlichen Risiken, die eine erhöhte Radon-Konzentration mit sich bringen kann. Er sagt: „Radon ist nach Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.“ Gerade Menschen, die rauchen und einem hohen Radon-Anteil ausgesetzt sind, haben ein besonders stark erhöhtes Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Etwa fünf Prozent aller Todesfälle durch Lungenkrebs in Deutschland seien auf Radon zurückzuführen, so Hollaus. Das Einatmen von Radon ist dabei kein Problem, denn das Gas wird zumeist vollständig wieder ausgeatmet. Problematischer sind die Zerfallsprodukte, die auch in der Raumluft vorhanden sein und sich an Feinstaub anheften können. Dadurch können sie sich in der Lunge ablagern.

Doch was kann man tun, um die Radon-Konzentration im eigenen Zuhause zu senken? Zunächst reiche es, regelmäßig zu lüften. Außerdem sollten Risse und andere undichte Stellen abgedichtet werden, so das Landesamt für Umwelt. Das Einsetzen einer dicht schließenden Kellertür verhindere zudem die Ausbreitung von Radon im Haus. Liegt eine noch höhere Konzentration vor, dann empfiehlt das Landesamt den Einbau eines Ventilators und das Versiegeln von Kellern mit Beton.

Weitere Informationen hat das Landesamt für Umwelt auf seiner Webseite zusammengestellt. (pk)

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