Wie die Stadt gegen Müllsünder vorgeht

Eine achtlos weggeschnippte Zigarette oder der leere Einwegbecher: Überall im Stadtgebiet gibt es immer wieder solche Hinterlassenschaften. Wie Stadtverwaltung, Ordnungsamt und Entsorgungsbetrieb damit umgehen.

Wie die Stadt gegen Müllsünder vorgeht

Zigarettenkippen, Plastikflaschen, Verpackungen - wer in Mainz unterwegs ist, dem fallen an einigen Ecken diese unschönen Hinterlassenschaften auf. „Littering“, also das achtlose Wegwerfen von Müll, ist genauso ein Problem in Mainz wie das bewusste Abladen von großen Abfallmengen. Doch wie reagiert die Stadt darauf?

Leider liege es oft am egoistischen Verhalten Einzelner, sagt Pressesprecher Ralf Peterhanwahr. Die Menschen stellen zum Beispiel ohne Anmeldung ihren Sperrmüll an die Straße oder lassen ihre Zigarettenkippe, ihren Einwegbecher oder die Fastfood-Verpackung einfach nach Gebrauch fallen. „Angesprochen reagieren die Verursacher dann oft mit dem Argument: ‘Dafür ist die Straßenreinigung doch da’.“

Reinigungsarbeiten werden oft erschwert

Genau dieses Verhalten bereite den Mitarbeitern bisweilen Probleme, so Peterhanwahr. Die Straßenreinigung sei auch für die Verkehrssicherung zuständig, indem sie Eis, Schnee oder nasses Laub entferne, um Gefahren zu vermeiden. Gerade wenn Abfälle auf den Straßen zu finden seien, sei es sehr aufwändig, diese zu entfernen. „Kaugummis vom Straßenbelag zu kratzen oder Glassplitter aus Pflasterritzen zu entfernen, ist schwierig. Das gilt auch für fettige oder zuckerhaltige Flüssigkeiten, die in die Poren des Straßenbelags eingedrungen sind.“

Doch wie geht die Stadt gegen solche Personen vor? Grundsätzlich versuche das Ordnungsamt in Zusammenarbeit mit dem Grün- und Umweltamt die Verursacher zu ermitteln. „Sollte das nicht zeitnah gelingen, wird der Entsorgungsbetrieb beauftragt, den illegal abgeladenen Müll zu entsorgen“, sagt Peterhanwahr. Werden Müllsünder ermittelt oder direkt angetroffen, drohen ihnen Verwarngelder. Dann werden zum Beispiel 20 Euro für das Wegwerfen einer Zigarettenkippe fällig oder 25 Euro für das Entsorgen eines Kaugummis oder einer Pommes-Tüte. In schwereren Fällen kann es auch mal 55 Euro kosten. „Bei schweren Umweltdelikten, etwa der illegalen Entsorgung von Autoreifen oder Bauschutt in Wäldern, kann dies spürbar teuer werden“, so der Stadtsprecher. Hier werde Strafanzeige gestellt.

Positive Entwicklung am Winterhafen

Doch es gibt auch positive Entwicklungen, zum Beispiel am Winterhafen. Dort wurden 2016 fünf neue Abfallbehälter aufgestellt, die seither gut angenommen werden, so Peterhanwahr. „Die Situation vor Ort hat sich deutlich verbessert.“ Und auch die sogenannten Grillscouts werden weiterhin eingesetzt. Dies funktioniere gut, weil junge Menschen dort „auf Augenhöhe“ miteinander reden. „Ein positiver Effekt der Scouts ist deutlich erkennbar: Viele Griller bringen Ihre Abfalltüten schon mit und nehmen nach dem Feiern auch Abfälle wieder mit nach Hause. Eine sehr positive Entwicklung.“

Und auch beim samstäglichen Marktfrühstück habe sich die Situation entspannt. Dazu beigetragen habe der Einsatz privater Ordnungsdienste. Das Ordnungsamt zeige stärkere Präsenz, zudem sei die Zahl der Müllbehälter erhöht worden. Der Entsorgungsbetrieb reinige häufiger, zudem gebe es eine gesonderte Reinigungskolonne für den Sonntagmorgen, erklärt Peterhanwahr. „Das alles hat sich bewährt, auch die Besucher achten mehr auf den hinterlassenen Abfall.“ (pk)

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