Warum das Wäldchen in Marienborn gerodet wurde

Noch vor ein paar Wochen befand sich neben dem Wertstoffhof in Marienborn ein Wäldchen – doch das wurde im Januar gerodet. Für viele Mainzer sind die Gründe dafür unklar.

Warum das Wäldchen in Marienborn gerodet wurde

Bäume, Blumen und Bienen: So sah das Wäldchen neben dem Marienborner Wertstoffhof bis vor Kurzem noch aus. Ende Januar wurde die Waldfläche allerdings gerodet. Das stößt bei vielen Mainzern auf Unverständnis. Merkurist hat mit den Verantwortlichen über die Gründe der Rodung und die weiteren Pläne für das Grundstück gesprochen.

Was steckt dahinter?

Hintergrund der Rodung war, dass ein Wertstoffhof gebaut werden sollte. Für die Versiegelung des Grundstücks, auf dem nun seit knapp elf Monaten der Wertstoffhof steht, wurde das Wäldchen als Ausgleichsfläche vorgesehen.

Ein Teil der Grünfläche an der A63 war schon 2017 für den Bau des Wertstoffhofs gerodet worden. Leser Burkhard fragt in seinem Snip, warum nun ausgerechnet diese Grünfläche neben dem Wertstoffhof zusätzlich abgeholzt wurde. Die Entscheidung dafür lag beim Grün-und Umweltamt. „Flächen sollen immer ortsnah ausgeglichen werden. Deshalb hat sich das Wäldchen dafür geeignet. Die Rodung wurde mit dem Grün-und Umweltamt und dem Ortsbeirat vorschriftsmäßig durchgeführt“, sagt Ralf Peterhanwahr, Pressesprecher der Stadt.

Die Pläne zur Umgestaltung der Fläche haben dem Ortsbeirat schon vor zwei Jahren vorgelegen, so Peterhanwahr. Dafür wurden die Landschaftsarchitekten „bierbaum.aichele“ beauftragt. „Geplant ist dort eine Blumenwiese. Die Landschaftsarchitekten haben im Vorfeld eine umfangreiche Studie durchgeführt, um herauszufinden, was dort gepflanzt werden kann“, sagt Peterhanwahr. Zusätzlich zum Ortsbeirat wurde auch der örtliche Bauernverein bei den neuen Plänen berücksichtigt. Dieser hatte den Wunsch geäußert, keine Bäume und Blumen zu pflanzen, die die Kirschfruchtfliegen anziehen. Diese Fliege bedroht immer wieder die Kirschernte und stellt für die Bauern eine Belastung dar.

Laut dem Naturschutzbund Rheinland-Pfalz sei es wichtig, die Ausgleichsfläche besonders in den ersten Jahren gut zu pflegen. Dann könne auch eine Ausgleichsfläche artenreicher sein als vorher. Das ist laut Claudius Moseler, Ortsvorsteher von Marienborn, auch das Ziel: „Auf der gerodeten Fläche soll nun die Biodiversität durch neue Pflanzen und Bäume gefördert werden.“

(ps)

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