Diese Flächen in Mainz sollen jetzt entsiegelt werden

Mehrere Flächen in der Innenstadt sollen entsiegelt und begrünt werden. Ziel ist es, Hitzeinseln zu reduzieren, Regenwasser besser versickern zu lassen und die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Diese Flächen in Mainz sollen jetzt entsiegelt werden

Versiegelte Flächen heizen sich im Sommer stark auf, verhindern das Versickern von Niederschlägen und belasten bei Starkregen die Kanalisation. Gerade in dicht bebauten Quartieren der Innenstadt seien diese Effekte besonders deutlich spürbar, heißt es in einer Beschlussvorlage im Grünamt.

Die Maßnahmen verfolgen mehrere Ziele:

  • Verbesserung des Mikroklimas durch Kühlung und Verdunstung

  • Förderung der Regenwasserversickerung

  • Entlastung der Kanalisation

  • Mehr Aufenthaltsqualität

  • Förderung der Biodiversität

  • Unterstützung von Fuß- und Radverkehr

Diese Flächen sollen umgestaltet werden

Nach Prüfung zahlreicher Standorte – auch auf Anregung von Ortsbeiräten – schlägt die Verwaltung nun konkrete Projekte vor:

  • Barbarossaring: Rückbau einer nicht mehr benötigten Überfahrt am ehemaligen Feuerwehrstandort. Bestehende Grünflächen werden geschlossen, zusätzliche Bäume gepflanzt.

  • Kaiserstraße / Ecke Boppstraße: Teilrückbau von Asphalt im Gehwegbereich. Entstehen sollen begrünte Flächen mit Gehölzen und Stauden. Die vorhandenen Kfz-Stellplätze bleiben erhalten.

  • Altenauergasse / Ecke Hintere Christofsgasse: Rund um die Gedenktafel für deportierte Mainzer Sinti wird entsiegelt. Geplant sind eine kleine Grünfläche, ein Baum und eine Sitzbank.

  • Balthasar-Maler-Platz: Teile der befestigten Fläche werden zurückgebaut. Bestehende Bäume werden in größere Pflanzflächen integriert, die Möblierung bleibt erhalten und wird ergänzt.

  • Holzhofstraße / Ecke Schönbornstraße: Baumscheiben werden vergrößert und zu einer zusammenhängenden Grünfläche verbunden. Zusätzlich entstehen neue Fahrradabstellmöglichkeiten.

  • Reichklarastraße: Rund um den Schaukasten des Naturhistorischen Museums sowie auf dahinterliegenden Stellplätzen wird entsiegelt. Vorgesehen sind Begrünung, Baumpflanzungen und Sitzgelegenheiten. Eine bestehende Ladesäule wird versetzt.

  • Auch in der Neubrunnenstraße ist eine teilweise Entsiegelung geplant. Hier läuft noch der Austausch mit Gewerbetreibenden.

Einfacher Rückbau, schnelles Verfahren

Die bauliche Umsetzung soll bewusst einfach gehalten werden: Nicht mehr benötigte befestigte Flächen einschließlich Tragschichten werden entfernt, anschließend wird ein geeignetes Substrat eingebracht und mit Stauden, Gehölzen sowie Bäumen bepflanzt. Neue Versiegelungen sollen möglichst vermieden werden.

Gestalterisch sollen sich die neuen Pflanzflächen harmonisch ins jeweilige Stadtbild einfügen. Konflikte mit Denkmalschutz, Verkehrssicherheit, Brandschutz oder unterirdischer Infrastruktur wurden im Vorfeld geprüft.

Beitrag zur Mobilitätswende

Die Entsiegelungsmaßnahmen stehen im Zusammenhang mit dem nachhaltigen städtischen Mobilitätsplan (SUMP) und den im BYPAD-Verfahren beschlossenen Zielen für den Fuß- und Radverkehr.

Attraktive, sichere und barrierefreie Wege kämen insbesondere Familien, älteren Menschen und Personen ohne eigenes Auto zugute. Damit stärke die Stadt nicht nur den Umweltverbund, sondern auch die gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Raum.

Förderung und Finanzierung

Für 2026 sind im Haushalt rund 891.750 Euro für die Projekte eingeplant. Aus dem Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ erhält die Stadt rund 500.000 Euro, was etwa 80 Prozent der förderfähigen Kosten entspricht. Die Mittel müssen bis Ende 2027 abgerufen und verbaut werden.

Keine Umsetzung hätte Folgen

Ein Verzicht auf die Maßnahmen würde bedeuten, identifizierte Potenziale zur Klimaanpassung ungenutzt zu lassen. Zudem könnten bewilligte Fördermittel verfallen. Vor dem Hintergrund der angestrebten Klimaneutralität bis 2035 sieht die Verwaltung darin keine tragfähige Alternative.

Ob die Pläne wie vorgeschlagen umgesetzt werden, entscheidet der Stadtrat Ende März. Klar ist bereits jetzt: Die Innenstadt soll grüner, kühler und lebenswerter werden.

Die entsprechende Beschlussvorlage (Drucksache 0298/2026) wird zunächst im Ausschuss für Umwelt, Grün und Energie sowie im Bau- und Sanierungsausschuss beraten. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am 25. März.