Wird das Xavier-Naidoo-Konzert von Mainz nach Wiesbaden verlegt?

Aus „sicherer Quelle“ wollen die Wiesbadener Grünen erfahren haben, dass das Konzert von Xavier Naidoo von Mainz nach Wiesbaden verlegt werden soll. Doch was ist dran?

Wird das Xavier-Naidoo-Konzert von Mainz nach Wiesbaden verlegt?

Er ist wohl zurzeit der umstrittenste Sänger des Landes: Xavier Naidoo. Nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie sorgt er mit Verschwörungstheorien für Aufsehen. Sogar vor Reichsbürgern trat er in der Vergangenheit öffentlich auf. Sein Auftritt in Mainz kann dagegen nicht wie geplant im Juli stattfinden. Naidoo sollte am 11. Juli im Volkspark auftreten, doch bis 31. August sind wegen der Corona-Maßnahmen alle Großveranstaltungen untersagt.

Die Mainzer Konzerte von anderen Künstlern wie Sting wurden bereits auf das nächste Jahr verschoben. Das könnte auch mit dem Naidoo-Konzert passieren – nur in diesem Fall vielleicht auch an einen anderen Ort. Das legt zumindest eine Pressemitteilung der Wiesbadener Grünen vom Dienstag nahe. „Für den 11. Juli war ein Auftritt im Mainzer Volkspark vorgesehen, welcher nach der öffentlichen Kritik nun anscheinend nach Wiesbaden verlegt werden soll“, heißt es darin. Auf Merkurist-Nachfrage sagt ein Sprecher der Wiesbadener Grünen: „Wir haben das aus sicherer Quelle.“ Diese könne allerdings nicht verraten werden.

Das sagt „Mainzplus Citymarketing“

Doch was sagt „Mainzplus Citymarketing“ dazu, der ursprüngliche Veranstalter des Naidoo-Konzerts? „Der Auftritt in Mainz ist nicht abgesagt“, so Sprecher Philipp Meier. „Aktuell prüfen wir, ob das Konzert verlegt werden kann. Wir sind noch in Gesprächen mit dem Management.“ Eine Verlegung nach Wiesbaden könne er deshalb nicht bestätigen. „Wir wissen davon nichts.“

Ob ein Konzert verschoben oder abgesagt werde, liege oft nicht in der Hand des Veranstalters. „Das hängt auch von möglichen Terminen und Rahmenbedingungen ab“, so Meier. Generell muss das Künstlermanagement jetzt die komplette Tour neu planen; ob Mainz dann noch zur Debatte stehe, müsse sich zeigen. „Von unserer Seite aus ist das Konzert jedenfalls nicht abgesagt. Wir warten auf Antwort.“ Fest steht nur: Zum geplanten Termin (11. Juli) wird Naidoo nicht in Mainz auftreten.

Die jüngsten Aussagen Naidoos würden nicht zwangsläufig zu einer Absage führen. Meier sagt: „Wir stehen nicht hinter diesen Äußerungen. Aber wir sind Konzertveranstalter und müssen auch andere Gesichtspunkte miteinbeziehen - etwa bestehende Verträge.“ Bereits Anfang März hatte sich der Geschäftsführer von „Mainzplus Citymarketing“, August Moderer, kritisch gegenüber Naidoo geäußert: „Ein Künstler, der solche Botschaften transportiert, passt nicht in unsere Stadt.“ (wir berichteten).

„Wiesbaden eine weltoffene Stadt“

Laut „Allgemeiner Zeitung“ hat es tatsächlich eine Anfrage der Naidoo-Veranstalter beim Rhein-Main Congress-Center gegeben. Allerdings sei das wohl auch für nächstes Jahr unrealistisch. „Wir haben für das kommende Jahr kaum noch freie Termine und können die Anfrage aktuell daher nicht bedienen“, zitiert die Zeitung Geschäftsführer Oliver Heiliger.

Die Wiesbadener Grünen wären jedenfalls alles andere als begeistert, sollte Naidoo in Wiesbaden auftreten. „Wiesbaden ist eine weltoffene Stadt und darf Naidoo mit seinen homophoben und rassistischen Aussagen keine Bühne bieten“, heißt es in der Mitteilung. „Als Grüne lehnen wir jegliche Form dieser Verschwörungstheorien ab.“

Der Stadt Wiesbaden ist bisher nichts von einer Verlegung bekannt. Auch eine Sprecherin von Xavier Naidoos Agentur „Live Nation“ kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts zu einer möglichen Verlegung sagen. Der Wiesbadener Konzertveranstalter „Congress & Marketing GmbH“ war bisher nicht für ein Statement zu erreichen. (ms/mm)

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