Wie die Mainzer in Zukunft heizen wollen

Kaum ein Thema wird derzeit so emotional diskutiert wie das Heizen. Doch wie wollen die Menschen künftig heizen? Wir haben euch gefragt – und das ist das Ergebnis.

Wie die Mainzer in Zukunft heizen wollen

Jeden Tag eine neue Heizungsschlagzeile. Erst in dieser Woche bremste das Bundesverfassungsgericht das Heizungsgesetz der Ampelregierung aus: Am Mittwoch entschieden die Karlsruher Richter per Eil-Entscheidung, dass das Gesetz doch noch nicht im Bundestag beschlossen werden kann. Die Beratungsdauer sei zu kurz angesetzt worden.

Doch wie wollen die Bürger eigentlich heizen? Das wollten wir zumindest von unseren Lesern in Mainz wissen. „Mal angenommen, deine Heizung geht kaputt: Was würdest du tun bzw. wie würdest du künftig heizen?“ – diese Frage haben wir euch per Umfrage gestellt und euch sechs Antwortmöglichkeiten gegeben. Gleichzeitig haben wir den Energieexperten Robert Petek von der Witura GmbH* gefragt, welche Vor- und Nachteile die Heizungsarten seiner Ansicht nach haben. Hier ist das Ergebnis in umgekehrter Reihenfolge.

Platz 6

Die wenigstens unserer Leser, nämlich 6 Prozent, würden sich in dem theoretischen Fall für Pelletheizungen entscheiden. Tatsächlich jedoch können Pellets durchaus Vorteile haben. Petek zählt auf: „Bewährte Technik und kein Einsatz fossiler Energie – Holz ist ein nachwachsender Rohstoff.“ Als Nachteile sieht er den großen Platzbedarf für Pellet-Tanks, zudem müsse die regelmäßige Pellet-Beschaffung gewährleistet sein. Außerdem sei das System störanfällig bei minderwertiger Pellet-Qualität.

Platz 5

8 Prozent unserer Leser gaben an, zunächst die Verbraucherzentrale zu fragen und sich beraten zu lassen. Die Mainzer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat ihren Sitz in der Seppel-Glückert-Passage, weitere Kontaktdaten findet ihr hier.

Platz 4

Sollte ihre Heizung kaputt gehen, würden 10 Prozent unserer Leser zur Ölheizung wechseln beziehungsweise weiter auf Öl setzen. Wie Petek sagt, sei das Heizen mit Öl ebenfalls eine bewährte Technik, die auch relativ günstig in der Anschaffung sei. Allerdings sieht er auch deutliche Nachteile: „Es werden fossile Brennstoffe eingesetzt, es gibt einen großen Platzbedarf für Öltanks, eine fragwürdige Herkunft; hinzu kommen jährlich steigende Betriebskosten durch CO2-Abgaben. Und: Öl ist eine endliche Quelle.“ Im Vergleich zu Gas sei Öl auch „schmutziger“ beim Verbrennen.

Platz 3

12 Prozent unserer Leser würden einen Energieberater fragen, bevor sie sich für ein Heizsystem entscheiden. Auf der Webseite www.energie-effizienz-experten.de findet ihr Energieberater in eurer Umgebung.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz in unserer Umfrage landet die vieldiskutierte Wärmepumpe. Immerhin fast ein Viertel (24 Prozent) unserer User würde sich in dem beschriebenen Fall für dieses Heizsystem entscheiden. Laut Petek handelt es sich dabei um eine mittlerweile bewährte Technik. Bei Nutzung von Ökostrom werde keine fossile Energie eingesetzt, da Strom als Energie genutzt werde. Zudem sei die Wärmepumpe kombinierbar mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage, was wiederum Autarkie bedeute. Allerdings gebe es auch Nachteile: „Es ist aktuell noch relativ teuer in der Anschaffung.“ Hinzu komme die politische Situation. „Unsicherheit wird bei dem Thema ausgenutzt.“ Weitere mögliche Nachteile: Die Einheit müsse oftmals außen aufgestellt werden und brauche Platz, Geräusche könnten bei falscher Positionierung störend wirken.

Platz 1

Noch mehr User, nämlich 30 Prozent der Befragten, würden (weiter oder neu) mit Gas heizen. Die Vorteile: „Bewährte Technik, relativ günstig in der Anschaffung, geringer Platzbedarf“, zählt Petek auf. Doch er sieht auch einige Nachteile: Es würden fossile Brennstoffe mit „fragwürdiger Herkunft“ eingesetzt. Hinzu kommen laut Petek jährlich steigende Betriebskosten durch CO2-Abgaben. Und: „Gas ist eine endliche Quelle.“

10 Prozent unserer Leser würden „etwas anderes“ machen. Insgesamt haben 1272 Leser gevotet.

*Das Mainzer Unternehmen hat sich auf nachhaltige Gebäudesanierungen spezialisiert. Inhaber der Witura GmbH ist Matthias Willenbacher, der gleichzeitig auch Inhaber von Merkurist ist.

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