Das Mainzer Unwort des Jahres ist...

Jedes Jahr wird in Deutschland das Unwort des Jahres gewählt. Aber welches Wort können die Mainzer nicht mehr hören? Merkurist hat seine Leser gefragt.

Das Mainzer Unwort des Jahres ist...

Noch bis Montag können Vorschläge zum „Unwort des Jahres 2018“ eingeschickt werden. Bis Mitte Januar wählt dann eine Jury das Unwort unter den eingeschickten Ideen aus. Aber was wäre das Unwort des Jahres, wenn es nach den Mainzern ginge? Danach hat Merkurist seine Leser in einer Online-Umfrage gefragt, 274 Stimmen wurden abgegeben. Hier sind die Top 5 der Mainzer Unwörter des Jahres 2018:

5. Schiffsanleger und Hitzewelle

Auf Rang 5 wählten die Leser gleich zwei Wörter: Mit jeweils nur 3 Prozent der Stimmen bilden Schiffsanleger und Hitzewelle die Schlusslichter des Rankings. Ersteres hatte dieses Jahr besonders in der Neustadt für Diskussionen gesorgt. Denn an der dortigen Südmole sollen neue Anleger für große Binnenschiffe gebaut werden. Viele Anwohner fürchteten, dass es dadurch zu Lärm und Abgasen kommt und protestierten deshalb gegen das Vorhaben.

Die Hitzewelle dagegen hielt ganz Mainz in Atem: Durch die dauerhafte Trockenheit und Temperaturen über 30 Grad verloren viele Bäume schon im Sommer ihre Blätter und Rinde, die Brandgefahr stieg stark an, im Rhein gab es monatelang Niedrigwasser. In Mainz-Finthen hatten sich sogar die Straßenbahn-Schienen durch die pralle Hitze verborgen.

4. Große Langgasse

Baustellen sind in Mainz nichts neues. Diese beschäftigte die Mainzer 2018 aber besonders: Die Große Langgasse, eine der Hauptverkehrsachsen in der Innenstadt, wird seit Februar umgestaltet. Für die Autofahrer bedeutet das, dass es hier momentan nur noch eine Einbahnführung gibt. Im September wurde der erste Bauabschnitt mit einem Inselplatz fertiggestellt, bis Juli 2020 sollen unter anderem ein Boulevard und zwei Kreisel hinzukommen. Mit 8 Prozent der Stimmen landet die Große Langgasse auf Platz 4.

3. Citybahn

Mit der Mainzelbahn hat Mainz erst ein großes Straßenbahn-Projekt hinter sich gebracht, schon steht ein neues an: Die Stadt Wiesbaden will ebenfalls eine Straßenbahn aufbauen, die auch mit dem Mainzer Schienennetz verbunden werden soll. Das macht auch auf der Mainzer Seite neue Schienen notwendig. Dieses Jahr wurde in den Stadträten und in verschiedenen Gesprächsrunden viel über das neue Projekt Citybahn diskutiert, auch Bürger konnten sich einbringen. Noch ist unklar, wo genau die neue Strecke entlang laufen wird. Die Mainzer sind von den ganzen Straßenbahn-Projekten aber anscheinend genervt: 11 Prozent der Befragten stimmten für die Citybahn als Unwort des Jahres, sie landet damit auf Platz 3.

2. Diesel-Fahrverbot

Im Oktober fällte das Mainzer Verwaltungsgericht das Urteil: In Mainz gibt es noch kein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Allerdings wäre ein solches Verbot ab September 2019 möglich, wenn in den ersten sechs Monaten in 2019 der Mittelwert für Stickstoffdioxid über dem Grenzwert (40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) liegt. Damit ist das das Thema noch nicht vom Tisch. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte ursprünglich gegen den bisherigen Luftreinhaltungsplan der Stadt Mainz geklagt, nach dem die Grenzwerte erst 2020 eingehalten werden sollten. Nun versucht die Stadt mit allen Mitteln, die Werte schon früher zu erreichen und ein Fahrverbot noch abzuwenden. Das Thema beschäftigt die Mainzer - Die Merkurist-Leser wählten deshalb das Dieselfahrverbot mit 22 Prozent der Stimmen auf den 2. Platz der Unwort-Umfrage.

1. Bibelturm

Das Mainzer Unwort des Jahres 2018 lautet Bibelturm. Der geplante Anbau des Gutenberg-Museums stieß bei den Mainzern auf wenig Anklang. Bei einem Bürgerentscheid im April stimmten deshalb 77,3 Prozent gegen den Bibelturm. Damit wird der Bau nicht realisiert. Es war der erste Bürgerentscheid der Stadtgeschichte - ihn werden die Mainzer wohl so schnell nicht wieder vergessen. Deshalb wählten die Merkurist-Leser ihn auch mit einem eindeutigen Vorsprung als Mainzer Unwort des Jahres 2018: Mit 53 Prozent stimmten mehr als die Hälfte der Teilnehmer für den Bibelturm. Wie es nun mit dem Museum weitergeht, wird derzeit geklärt. Bis Ende 2019 sollen zumindest die dringendsten Maßnahmen zum Brandschutz umgesetzt sein. (js)

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