Uni-Schwimmbad schließt für zwei Jahre

Wegen Renovierungsarbeiten müssen Studenten und andere Schwimmer in Zukunft auf andere Schwimmbäder ausweichen. Doch wie gut sind die Alternativen?

Uni-Schwimmbad schließt für zwei Jahre

Egal ob für das Seepferdchen, den Freischwimmer oder als Freizeitsport: Von klein auf verbringen viele Mainzer Zeit in ihren Schwimmbädern. Seit Dienstag hat eines der Bäder geschlossen. Das Mainzer Uni-Schwimmbad kann für die nächsten zwei Jahre wegen Umbauarbeiten nicht mehr genutzt werden. Das ist nicht nur für Studenten der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) ein Problem. Auch Schwimmkurse, Kindergarten- und Schulkinder sowie Vereine müssen Alternativen suchen.

Umbau und Komplettsanierung

Das Bad wird komplett saniert, weil es wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre, nur die Schäden zu reparieren, heißt es in der Pressemitteilung des Landesbetrieb Liegenschafts-und Baubetreuung (LBB) zu dem Bauvorhaben. Aus diesem Grund werden unter anderem Becken, Foyer und Umkleiden erneuert. Zudem wird das Gebäude so umgebaut, dass es barrierefrei betreten werden kann. Die Kosten für die Umbauarbeiten werden voraussichtlich etwa 6 Millionen Euro betragen. Auch die komplette Heizungs-, Sanitär-, Lüftungs- und Elektrotechnik des fast 60 Jahre alten Schwimmbads sollen während den Bauarbeiten auf den neuesten Stand gebracht werden.

Seit dem 3. September ist das Schwimmbad offiziell geschlossen, Anfang Oktober beginnen dann die eigentlichen Bauarbeiten an der Schwimmhalle. Die Schließung ist für den Uni-Sport ein Problem. Sportstudenten und deren Prüfungen müssen verlegt werden. „Die Ausbildung der Sportstudierenden der JGU findet künftig im Schwimmbad des Mainzer Schwimmvereins in Mombach statt“, erklärt Petra Giegerich, Pressesprecherin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Für die Prüfung in der Disziplin Schwimmen im Rahmen der sportmotorischen Eignungsprüfung habe die JGU Wasserzeiten im Taubertsbergbad angemietet, so die Pressesprecherin.

Taubertsbergbad als Alternative?

Als generelle Alternative ist das Taubertsbergbad jedoch nicht vorgesehen. „Das Taubertsbergbad wurde jedoch von verschiedenen Nutzern des Unibades angefragt. Soweit möglich wurden auch Schwimmzeiten an die Gruppen vergeben“, so Michael Theurer, Pressesprecher der Mainzer Stadtwerke. Während der Schwimmbadschließung bietet der Allgemeine Hochschulsport keine Kurse mehr an. Bahnzeiten für Studenten und Vereine können im Taubertsbergbad wegen der hohen Auslastung nur vergeben werden, wenn sie mit dem normalen Schwimmbetrieb vereinbar sind.

Die hohe Auslastung ist ein generelles Problem in Mainzer Schwimmbädern. „Wir haben selbst viele Veranstaltungen und einige Schwimmkurse parallel, dadurch sind wir selbst sehr ausgelastet“, so Ulrich Scheer, Betriebsleiter des Mombacher Schwimmbads. Auf den Bahnen in der Traglufthalle findet dort morgens der Schulsport statt, am Nachmittag gehören die Bahnen dann dem Vereinssport.

Für Heike Buchmeier, Cheftrainierin des USC Mainz, sind die Umbauarbeiten und die Schließung des Uni-Schwimmbads ein großes Problem: „Kindern kann ich gerade keine Plätze für Schwimmkurse anbieten. Im Moment habe ich 300 Kinder auf meiner Warteliste.“ In der Umgebung gibt es für sie zu wenige Alternativen, auf die sie mit ihren Schwimmkurse ausweichen könnte. Sie hat das Bad bis jetzt mit dem Verein auch für Hochleistungssport genutzt. Eine Lösung ist für sie bis jetzt nicht in Sicht. „Das Schwimmen ist eine der beliebtesten Sportarten. Dennoch werden die Vereine nicht genug unterstützt“, so Buchmeier. (df)

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