Mainzer Tobias Huch setzt Twitter-Hilferuf ab – Karl Lauterbach schaltet sich ein

Weil die Liberale Flüchtlingshilfe des Mainzer Journalisten Tobias Huch mit ihren Medikamenten für die Ukraine keine Ausfuhrgenehmigung erhielt, setzte Huch auf Twitter einen Hilferuf ab – und bekam unerwartete Reaktionen.

Mainzer Tobias Huch setzt Twitter-Hilferuf ab – Karl Lauterbach schaltet sich ein

Der Mainzer Journalist Tobias Huch ist unter anderem wegen seines Einsatzes für kurdische Flüchtlinge bekannt geworden. So gründete er im August 2014 die Initiative „Wasser für Flüchtlinge in Kurdistan“ und kurz darauf die „Liberale Flüchtlingshilfe“. Auch im Ukraine-Krieg will Huch helfen – und scheiterte zunächst an der deutschen Bürokratie.

„HILFE! Wir haben dutzende LKW randvoll mit lebenswichtigen Medikamenten (Antibiotika, Schmerzmittel, OP-Zubehör, etc.) fahrbereit für die #Ukraine, bekommen aber keine Ausfuhrgenehmigung, weil kein Ministerium irgendwie zuständig ist“, schrieb Huch am Freitagnachmittag auf Twitter. Dabei verlinkte er das Profil von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Per Kommentar ergänzte Huch noch: „Egal welche/r Minister/in. Gerne direkt melden.“

Doch den ergänzenden Kommentar hätte es gar nicht mehr gebraucht: Denn der Politiker Karl Lauterbach (SPD) ist offenbar auch als Gesundheitsminister noch sehr aktiv auf Twitter. Genau eine Stunde und 18 Minuten später meldete sich Lauterbach auf Huchs Tweet. „Ich habe gerade veranlasst, dass Deutschland eine pauschale Ausfuhrgenehmigung durch das Bfarm* vorbereitet. Deutschland wird die Versorgung mit Arzneimitteln und Hilfsmitteln für die Menschen in der Ukraine maximal unterstützen. Ich danke allen Helfern und Spendern.“

Auch Christian Lindner schaltet sich ein

Nicht nur Huch selbst („Danke an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach“) war beeindruckt angesichts der schnellen Reaktion des Politikers. Auch viele andere Twitter-User kommentierten. „Bester Gesundheitsminister!“, schrieb etwa Lauterbachs Kabinettskollege Cem Özdemir (Grüne), „Ganz stark!“, kommentierte Alex Urban vom „Volksverpetzer“.

Doch Huchs Hilferuf zog noch weitere Kreise. Nur kurz darauf schrieb der Mainzer: „Mittlerweile hat sich der Krisenstab des Bundesfinanzministeriums (Vermittlung durch Christian Lindner) gemeldet und hilft. Auch ‘Apotheker ohne Grenzen’ und ein Kontakt der Ukrainischen Botschaft ist dran.“

*Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

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