Blitzer falsch eingestellt? Mainzer unterschreitet Tempolimit und sieht rot

Obwohl er das angegebene Tempolimit auf der B9 eingehalten beziehungsweise sogar unterschritten hat, ist ein Mainzer im Dezember dort geblitzt worden. Wie ein regionaler Blitzer-Hersteller die Situation einschätzt.

Blitzer falsch eingestellt? Mainzer unterschreitet Tempolimit und sieht rot

15 km/h unter dem Tempolimit und trotzdem geblitzt werden? Das darf eigentlich nicht passieren. Doch offenbar war das bei einem Mainzer Autofahrer und Merkurist-Leser der Fall, als er zuletzt auf der B9 bei Laubenheim geblitzt wurde. Denn nach eigenen Angaben war er keineswegs zu schnell mit seinem Pkw unterwegs. Statt des dort vorgeschriebenen Tempolimits von 80 km/h sei der Mainzer sogar deutlich langsamer gefahren – und zwar 65 km/h. Trotzdem löste die Messanlage aus. Nun steht der Autofahrer vor einem Rätsel und fragt sich, wie das sein kann.

Kommt Bußgeldbescheid?

Andere Leser raten dem verunsicherten Autofahrer zur Gelassenheit. So kommentiert Leserin Mila: „Geschwindigkeit ist ja nur ein Grund für Blitzer. Verstöße gegen Sicherheitsabstände, Gurtpflicht und Handynutzung können genauso per Blitzer dokumentiert werden.“ Eine weitere Leserin, die ähnliche Erfahrungen wie der Geblitzte gemacht hat, sieht auch keinen Grund, sich verunsichern zu lassen. „Ich wurde auch schon geblitzt, dabei war ich 20 km/h langsamer als vorgeschrieben und den Abstand hatte ich auch eingehalten, also gab es eigentlich keinen Grund, mich zu blitzen. Ich habe nie einen Brief bekommen.“

Doch was könnte nun der Grund sein, weshalb der Blitzer auf der B9 ausgelöst hat? Die Antwort dazu hat das Unternehmen Vitronic aus Wiesbaden, das unter anderem Systeme zur Geschwindigkeitsüberwachung herstellt. Auf Anfrage teilt Vitronic mit, dass das Auslösen des Blitzers von der Einstellung des Messgerätes abhängt, was von der zuständigen Behörde vorgenommen werde. „Sollte die Einstellung nicht korrekt sein, kann es natürlich zu einem fälschlichen Auslösen des Gerätes kommen.“ So kann man hier zugespitzt von „menschlichem Versagen“ sprechen.

Wie das Wiesbadener Unternehmen weiterhin angibt, könnten jedoch auch andere Gründe für das Auslösen des Geräts vorliegen. Möglich sei etwa einfach ein technischer Defekt oder dass ein anderes Fahrzeug auf der zweiten Spur geblitzt wurde. In allen Fällen sollte hier dann aber kein Bußgeldbescheid im Briefkasten landen, heißt es von Vitronic. Und so heißt es für den geblitzten Leser zuerst einmal abzuwarten, ob er demnächst Post von der Zentralen Bußgeldstelle in Speyer bekommt.

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