Was ihr bei eurer Urlaubsrückkehr beachten müsst

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert eine Testpflicht für alle Reiserückkehrer, bei Politikern und Virologen sorgt das gerade für große Diskussion. Wir sagen euch, was aktuell gilt.

Was ihr bei eurer Urlaubsrückkehr beachten müsst

Alle Reiserückkehrer sollen verpflichtet sein, einen negativen Coronatest vorzuweisen. Das forderte am Dienstag (27. Juli) Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet, dass etwa zehn Prozent aller übermittelten Corona-Fälle auf Kontakte im Ausland zurückzuführen seien. „Dies zeigt eine zunehmende Rolle reiseassoziierter Fälle am derzeitigen Infektionsgeschehen“, heißt es im aktuellen Lagebericht des RKI.

Welche Regeln gelten aktuell für Urlaubsreisende bei der Rückkehr?

Bislang gilt die Testpflicht ausschließlich für Urlauber, die sich in den letzten zehn Tagen in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten haben, und für Flugreisende. Geimpfte und Genesene sind meist von Tests ausgenommen. Bei Inlandsreisen greifen - bei einer Inzidenz unter 100 - die Regeln, die die Bundesländer in ihren Corona-Schutzverordnungen festgelegt haben. Daher solltet ihr euch vor Abreise zu den Bedingungen des jeweiligen Bundeslandes informieren.

Drei Arten von Risikogebieten im Ausland werden unterschieden.

  • Einfaches Risikogebiet: Dazu zählen aktuell (Stand: 27. Juli) beispielsweise die Türkei und Dänemark. Vor der Einreise müsst ihr eine schriftliche oder digitale Einreisanmeldung durchführen. Spätestens 48 Stunden nach eurer Einreise müsst ihr einen negativen Corona-Test nachweisen und diesen auf Anforderung der zuständigen Behörde vorlegen. Liegt noch kein negatives Testergebnis vor, müsst ihr euch für eine Dauer von zehn Tagen in Quarantäne begeben.

  • Hochinzidenzgebiet: Darunter fallen aktuell Länder wie Großbritannien, Spanien und die Niederlande. Hier warnt die Bundesregierung sogar vor nicht notwendigen Reisen. Eine Einreiseanmeldung sowie die zehntägige Quarantänepflicht gelten auch hier. Bei negativer Testung könnt ihr diese jedoch ab dem fünften Tag beenden. Einen negativen Coronatest müsst ihr allerdings schon bei Einreise vorweisen.

  • Virusvariantengebiet: Für Länder wie Brasilien und Südafrika gilt besondere Vorsicht, um die Verbreitung von Mutationen nicht zu fördern. Verpflichtend sind auch hier die Einreiseanmeldung und ein maximal 24 Stunden altes negatives Testergebnis - auch für Geimpfte und Genesene. Außerdem seid ihr zu 14-tägiger Quarantäne verpflichtet. Diese könnt ihr auch bei negativem Testergebnis nicht vorzeitig beenden.

Anerkannt sind Testnachweise von Testeinrichtungen, Hausärzten sowie solche, die über eine betriebliche Testung im Rahmen des Arbeitsschutzes durchgeführt wurden. Aus dem Ausland werden alle PCR-Tests anerkannt, die von einer nach dem Recht des jeweiligen Staates befugten Stelle vorgenommen oder überwacht wurden. Kinder unter sechs Jahren müssen sich nicht testen lassen.

Wer bis zu 48 Stunden vor der Einreise positiv getestet wurde, darf gar nicht erst einreisen. Und wer das negative Testergebnis nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig vorlegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet werden kann. Auch bei Verstoß gegen die Quarantäneregeln muss man im Regelfall mit einem Bußgeld von 1000 Euro rechnen.

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