Mexikanischer Einzelhandelsriese übernimmt Ditsch

FEMSA übernimmt Brezelbäckerei

Mexikanischer Einzelhandelsriese übernimmt Ditsch

Vor über 100 Jahren in Mainz von Wilhelm Ditsch gegründet, befindet sich heute in so ziemlich jeder deutschen Stadt ein Brezel-Stand von Ditsch. Mittlerweile gibt es nahezu 200 Verkaufsstellen. Jetzt beginnt ein neues Kapitel der Firmengeschichte. Nachdem der Enkel des Gründers, Peter Ditsch, den Betrieb bereits 2012 an die Schweizer Einzelhandelsgruppe Valora verkaufte, wird er nun von FEMSA aus Mexiko übernommen.

Valora und FEMSA

Die Valora Holding AG ist ein Schweizer Handelsunternehmen zu dem neben zahlreichen Kiosk-Ketten auch die deutschen Unternehmen Ditsch, Backwerk und Back-Factory sowie seit kurzem Frittenwerk gehören. Mit circa 2700 Verkaufsstellen in Europa erwirtschaftete Valora 2021 einen Umsatz von 2,32 Milliarden Dollar. Seit dem Verkauf seines Unternehmens ist Peter Ditsch mit 17 Prozent der größte Aktionär von Valora. Nun hat der mexikanische Einzelhandelsriese FEMSA ein Barangebot zum Erwerb aller Aktien der Valora Holding AG abgegeben. Der Verwaltungsrat sowie Peter Ditsch sprachen sich für die Annahme des Übernahmeangebots aus. Gestern gaben die beiden Unternehmen die Vereinbarung in einer Pressemitteilung bekannt. Der Kaufpreis beträgt bis zu 1,2 Milliarden Dollar.

FEMSA ist ein Unternehmen, das mit verschiedenen Firmen und Institutionen im Einzelhandelssektor vertreten ist. Mit seinen 320.000 Mitarbeitern gehört es zu den größten Unternehmen Lateinamerikas. Daneben ist FEMSA mit einem Umsatz von 27 Milliarden Dollar mehr als zehn Mal so groß wie Valora. Der Konzern betreibt unter anderem die größte Convenience-Shop-Kette in Lateinamerika und ist der weltweit größte Franchise-Abfüller für Coca-Cola sowie zweitgrößter Anteilshaber von Heineken.

Mit der Übernahme von Valora erhofft FEMSA sich einen Vorstoß nach Europa. „Valora verfügt über das Wissen, die Erfahrung, das Netzwerk und das nötige geschäftliche und kulturelle Verständnis für eine rasche und nachhaltige Expansion in den unterschiedlichen Märkten Europas“, so FEMSA. Dabei sollen Valora und alle Tochtergesellschaften weiterhin selbstständig arbeiten und keine Arbeitsplätze abgebaut, sondern neue geschaffen werden. „Eine starke Grundlage, um gemeinsam den europäischen Marktführer für Convenience Stores und Food Service aufzubauen“, heißt es Seitens Valora. Mit FEMSA im Rücken will das Unternehmen seinen Wachstum fortsetzen und beschleunigen.

Die Übernahme soll Ende September oder Anfang Oktober 2022 stattfinden.

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