Kommt die autofreie Neustadt?

Ab 1. Juli gilt in Teilen der Neustadt ein Fahrverbot für Autos bestimmter Schadstoffklassen. Die Stadt Mainz will damit die Emissionswerte in der Innenstadt senken. Einige Mainzer können sich die Neustadt sogar komplett autofrei vorstellen.

Kommt die autofreie Neustadt?

Um ein flächendeckendes Fahrverbot in Mainz zu verhindern, erlässt die Stadt ab dem 1. Juli auf einigen Straßen in der Innenstadt ein Fahrverbot für Autos bestimmter Schadstoffklassen (wir berichteten). Davon betroffen ist die Rheinachse, die zum Teil durch die Neustadt führt. Leser Karl fragt sich jetzt sogar in seinem Snip: „Kommt die autofreie Neustadt?“. Nicht jeder Leser fände das schlecht. Teo schreibt: „Die Innenstadt vor dem Verkehrschaos schützen, genau richtig. Es sollten noch viel mehr Straßen ‘gesperrt’ werden, um eine lebenswerte Innenstadt zu fördern.“

In etwa ähnlich, aber differenzierter bewertet der Ortsvorsteher der Neustadt, Christoph Hand (Grüne), die Situation. Bereits im Juni vergangenen Jahres sprach sich Hand gegenüber Merkurist dafür aus, dass sein Stadtteil entschleunigt werde. „Der Autoverkehr soll zunächst verlangsamt werden, den Fahrrädern und Fußgängern muss mehr Raum gegeben werden. Meine Vision wäre, dass verschiedene Quartiere der Neustadt nach und nach autofrei werden und der öffentliche Nahverkehr und die Fahrradwege so gut ausgebaut sind, dass das Auto kaum noch eine Rolle spielen muss“, so Hand damals.

„Umdenken muss stattfinden“

Der Neustadt-Ortsvorsteher selbst versucht, seine Wege so oft wie möglich zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV zu bewältigen, auch wenn es nicht immer funktioniere. Ein „Umdenken muss stattfinden“, sagt Hand. Von den Menschen vor Ort habe er dazu auch schon viele positive Rückmeldungen erhalten. Der Wunsch der Bürger, die Neustadt autofrei zu gestalten, sei jedenfalls stark und groß - so zum Beispiel am Gartenfeld- und am Sömmeringplatz. Das sei auch ein Baustein für eine bessere Zukunft. „Der Raum gehört den Menschen und nicht dem Blech.“ Der vorhandene Platz solle für etwas anderes genutzt werden als zum Abstellen von Fahrzeugen. Das gelte es jetzt umzusetzen.

Dies bedürfe aber einiger Aufklärungsarbeit, auch wenn dies sehr zeitintensiv sei. „Wir müssen die Bürger mitnehmen und überzeugen“, sagt Hand. Infoveranstaltungen zu dem Thema könnten beispielsweise helfen. Auf lange Sicht stehe die autofreie Neustadt also definitiv im Fokus. (df)

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