Entwickeln die Biontech-Gründer jetzt auch noch ein Heilmittel gegen Krebs?

Schafft das Mainzer Unternehmen Biontech nun auch noch den Durchbruch bei der Krebsforschung? Gut möglich! In einem Zeitungsinterview verraten die Firmen-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci, wie weit die Forschungen schon fortgeschritten sind.

Entwickeln die Biontech-Gründer jetzt auch noch ein Heilmittel gegen Krebs?

Mit ihrem Impfstoff haben die beiden Biontech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci eines der wichtigsten Vakzine im Kampf gegen das Coronavirus entwickelt. Jetzt versuchen die beiden Mainzer, einen weiteren Durchbruch in der Wissenschaft zu erzielen: Biontech arbeitet an einem Impfstoff gegen Krebs. Das berichten die Forscher in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung.

Impfstoff-Einnahmen werden in Krebs-Forschung investiert

Wie Şahin und Türeci erzählen, hätten sie bereits vor vielen Jahren erkannt, dass Verbesserungsbedarf im Bereich der Krebsmedizin besteht und sie deshalb Immuntherapien entwickeln wollen. „Mechanismen, die das Immunsystem über Millionen Jahre Evolution im Kampf gegen Viren oder Bakterien perfektioniert hat, wollen wir gezielt zur Behandlung von Krebs einsetzen“, so Türeci gegenüber der Zeitung. Für 2020 sei auch schon eine ganze Reihe klinischer Studien geplant gewesen. Doch durch die Pandemie habe man diese nicht so fortsetzen können wie gewünscht, erklärt Şahin.

Doch jetzt könne man wieder zur Normalität zurückkehren und habe auch ein Problem weniger. „Wir hatten vor der Pandemie 20 Produkt-Kandidaten gegen Krebs, konnten sie aber nie mit maximaler Geschwindigkeit entwickeln, weil wir immer Finanzierungsrunden abwarten mussten. Das ist jetzt anders: Wir können die Impfstoff-Einnahmen in die Krebsprodukte reinvestieren und viel mehr Projekte gleichzeitig machen“, sagt Şahin der Zeitung.

Auf einem guten Weg

Und die beiden Wissenschaftler sind mit ihren Forschungen schon auf einem guten Weg. So könnte man ab 2022/2023 schon Datensätze generieren, die wegweisend sein können. „Je nachdem, wie diese Projekte ausgehen, könnten einige Kandidaten ab 2023 schon so weit sein, dass man Dossiers zur Zulassung einreichen kann“, so Şahin gegenüber „Bild“. Und Özlem Türeci ergänzt: „Das ist das, woran wir schon lange glauben: Impfstoffe als Therapien gegen Krebs und andere Erkrankungen. Im Bereich Krebs sind wir überzeugt, dass wir innerhalb der nächsten Jahre mRNA-Technologie bei Patienten als Teil der Krebstherapie sehen werden.“

Zum Schluss verrät Şahin der „Bild“ noch, wie er und seine Frau nun die Zeit nach dem anstrengenden Corona-Jahr planen: „Wir brauchen natürlich alle Erholung – nicht nur wir beide, sondern das gesamte Team. Für uns persönlich bedeutet das aber nicht, dass wir die Beine hochlegen. Wir machen es, wie Goethe es mal beschrieben hat: Sich vom Einen beim Anderen erholen.“

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