50 Euro Strafe wegen Ausgangssperre? Stadt hat Fall des Obdachlosen geprüft

Seit Ostermontag sorgt das Video eines Obdachlosen bei Twitter für Entsetzen: Er soll 50 Euro Bußgeld zahlen müssen, weil er gegen die Ausgangssperre verstoßen hat. Die Stadt Mainz hat den Fall jetzt intern geprüft.

50 Euro Strafe wegen Ausgangssperre? Stadt hat Fall des Obdachlosen geprüft

50 Euro Bußgeld soll ein Mann ohne Wohnung zahlen, weil er nach 21 Uhr noch in Mainz unterwegs war und damit gegen die Ausgangssperre verstoßen hat - das erzählte er in einem Video bei Twitter und löste damit eine Welle der Kritik gegen die Stadt Mainz aus (wir berichteten). Wie kurz nach der Veröffentlichung des Videos in einem Statement angekündigt, hat die Stadt den Vorfall jetzt intern geprüft - und findet keine Belege.

„Der vermeintliche Vorfall lässt sich nach unseren Unterlagen, Recherchen und Rückfragen beim Personal nicht belegen“, sagt Stadtpressesprecher Ralf Peterhanwahr auf Merkurist-Anfrage. „Zu dem in dem Video genannten Zeitpunkt befand sich kein Mitarbeiter im Außendienst“. Grund sei ein Schichtwechsel gewesen.

Auch sonst sei kein wohnungsloser Mensch in Bezug auf die Ausgangssperre verwarnt worden. Hinzu komme, dass ein Verstoß gegen die Ausgangssperre eigentlich mit einem Bußgeld von 100 Euro geahndet wird - und nicht wie von dem Mann berichtet mit 50 Euro.

„Auch die Stadt Mainz wäre an einer abschließenden Aufklärung dieses Sachverhaltes sehr interessiert.“ - Ralf Peterhanwahr, Stadtpressesprecher

Die Stadt lädt den Mann aber zum Gespräch ein: „Die vermeintlich betroffene Person kann sich gern zur Klärung der Situation mit uns telefonisch unter 12-23 65 oder unter: rechts-und-ordnungsamt@stadt.mainz.de in Verbindung setzen“, so Peterhanwahr. „Auch die Stadt Mainz wäre an einer abschließenden Aufklärung dieses Sachverhaltes sehr interessiert.“

Logo