Betrunken? ZDF-Fernsehrat entschuldigt sich für Peinlich-Tweets

Popo-Witze und Alkohol-Gags: Der offizielle Twitter-Account des ZDF-Fernsehrats war am Sonntag komplett außer Kontrolle. Nun gibt es eine Entschuldigung.

Betrunken? ZDF-Fernsehrat entschuldigt sich für Peinlich-Tweets

Der ZDF-Fernsehrat ist eigentlich dafür da, die Einhaltung der Programmrichtlinien des Senders zu überwachen. Von dem Gremium mit seinen 60 Mitgliedern hört man im Normalfall nicht viel. Doch das war an diesem Sonntag ganz anders. Der Twitter-Account des Fernsehrats fiel nämlich mit peinlichen Tweets auf.

Der bekannte Pianist Igor Levit hatte ein Bild gepostet, das eine Flasche Bier auf einem Hocker vor einem Klavier zeigt. „Woran arbeite ich? Wer es errät, bekommt ein Geschenk“, fragte Levit seine Follower. Die Antwort des Fernsehrat-Accounts kam dann doch sehr überraschend: „Sieht ein bisschen aus wie anal intruding bei der Arbeit. Könnte aber auch Beethovens 1. Klavierkonzert sein!?“. Mit „anal intruding“ ist hier wohl gemeint, die Flasche in den Po einzuführen.

„Ihr sollt nicht so viel Alkohol trinken!“

Dieser Popo-Gag eines Gremiums, das „die Vielfalt der Gesellschaft abbilden soll“, überraschte auch den Pianisten Levit. „Ihr sollt nicht so viel Alkohol trinken!“, antwortete der Musiker. Doch der Fernsehrat-Account machte weiter: „Auch nicht, um arbeitsfähig zu bleiben? Machst du doch auch!“. Levits trockene Antwort: „I love Mainz.“

Auch andere User mischten sich in die Diskussion ein. „Schwierig zu sagen, ob vom falschen Account getwittert oder ob tatsächlich ein Statement des ZDF-Fernsehrats. Beides durchaus plausibel“, schrieb einer. Und der Fernsehrat-Account hatte auch dazu etwas zu sagen: „Also eins ist ja mal klar: Der Fernsehrat ist so breit und so bunt wie unsere Gesellschaft! (Na ok, im Moment ist er vor allem breit).“

Entschuldigung folgt kurz danach

Was genau hinter diesen flachen Witzen steckt, ist unklar. Jedenfalls entschuldigte sich der ZDF-Fernsehrat noch am selben Tag via Twitter. „In diesem Account wurde in einer Weise kommuniziert, die den Aufgaben, dem Selbstverständnis und den Gepflogenheiten des Gremiums in keiner Weise gerecht wird.“ Es sei sichergestellt, dass so etwas nicht wieder vorkomme. „Eine nüchtern-wertschätzende Kommunikation ist Voraussetzung für den Diskurs, für den der Fernsehrat stets eintritt.“

Wertschätzend war die Kommunikation in diesem Fall sicher nicht – und nüchtern wohl erst recht nicht.

Gelöscht worden sind die Tweets bisher nicht. Ihr könnt sie hier nachlesen.

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