Aktenzeichen XY: 90-Jährige eiskalt ermordet

In 54 Jahren „Aktenzeichen XY... ungelöst“ standen auch Fälle aus dem Rhein-Main-Gebiet im Mittelpunkt. Manche von ihnen konnten gelöst werden, andere sind bis heute ungeklärt. Der Mord an einer 90-Jährigen aus Frankfurt war besonders entsetzlich.

Aktenzeichen XY: 90-Jährige eiskalt ermordet

Seit 1967 unterstützt das ZDF mit der Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ Ermittler dabei, Verbrechen aufzuklären. Seitdem wurden mehr fast 4700 Fälle gezeigt, in denen auch Verbrechen aus dem Rhein-Main-Gebiet im Fokus standen. In unserer Serie stellen wir Euch die bewegendsten Fälle vor.

Was der Rentnerin Hilde S.* im Juli 2000 in Frankfurt passierte, bezeichnete Moderator Rudi Cerne als „ein wirklich entsetzliches Verbrechen“. Dabei wurde die 90-Jährige eiskalt ermordet, weil die Täter wertvolle Gegenstände in ihrer Wohnung vermuteten.

Mysteriöser Besuch von Unbekanntem

Hilde S. lebte allein in ihrer Wohnung in Frankfurt. Die 90-Jährige war stark gehbehindert. Besuch erhielt die Rentnerin zwei- bis dreimal in der Woche von ihrer Nachbarin Waltraud G., die einen Schlüssel zu ihrer Wohnung hatte. Ansonsten verbrachte die 90-Jährige ihren Tag überwiegend mit Fernsehen.

Am Tattag (26.7.2000) erhielt Hilde S. einen ominösen Anruf. Die Anruferin gab sich als Mitarbeiterin der Kirchengemeinde von S. aus. Da die Frau am Telefon anscheinend wusste, dass Hilde S. von Zivildienstleistenden betreut wurde, kündigte sie an, dass Hilde S. Besuch von einem Mann bekommen würde, der die 90-Jährige ab Herbst des Jahres 2000 betreuen solle. Schließlich willigte Hilde S. ein, dass sie der angekündigte Mann noch am selben Tag besuchen solle.

Wenig später erschien der Mann tatsächlich in der Wohnung von Hilde S. Der Rentnerin fiel sofort auf, dass der Unbekannte sich komisch verhielt und die Wohnung genau inspizierte. Als der Mann auch noch ihr Schlafzimmer sehen wollte, lehnte S. dies ab. Daraufhin verabschiedete sich der Unbekannte und verließ die Wohnung. Seinen Namen nannte er der Seniorin aber nicht. Noch am selben Tag erzählte S. ihrer Nachbarin Waltraud G. von dem Vorfall. Diese bat Hilde S. eindringlich, niemandem mehr die Türe zu öffnen.

Wohnung verwüstet

Einen Tag später (27.7.2000) etwa gegen 9:30 Uhr klingelte der für Hilde S. zuständige Zivildienstleistende an der Tür des Mehrfamilienhauses, in dem die 90-Jährige wohnte. Doch die Seniorin öffnete nicht. Auch die Rollläden waren noch unten, was um diese Uhrzeit eher ungewöhnlich für Hilde S. war, die immer gegen 9:30 Uhr ihr Essen geliefert bekam. Der Zivildienstleistende klingelte deshalb bei Nachbarin Waltraud G.

Diese sperrte schließlich die Tür zur Wohnung von Hilde S. auf. Als die beiden die Wohnung betraten, bot sich ihnen ein Bild des Schreckens. Nahezu alle Zimmer waren verwüstet, Schubladen und Schränke aufgebrochen, der Telefonhörer herausgerissen. Im Schlafzimmer, das ebenfalls komplett durchsucht und durchwühlt war, entdeckten Waltraud G. und der Zivildienstleistende schließlich auch Hilde S. - tot unter einer Matratze. Die 90-Jährige wurde eiskalt ermordet.

Polizei erhält Hinweise aus Täterumfeld

Letztlich nahm der Fall eine überraschende Wendung. Noch bevor der Fall in der Sendung ausgestrahlt wurde, sprach sich dies im Umfeld der Täter herum. Daraufhin erhielt die Kriminalpolizei konkrete Hinweise. Aufgrund dessen konnten die Kriminalbeamten schließlich zwei Tatverdächtige festnehmen. (rk)

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