ZDF-Doku: Was die Mainzer Stadt-Schreiberin bei Tesla und Opel erlebte

Die Mainzer Stadtschreiberin Annett Gröschner ist für einen Film von Ost- nach Westdeutschland gereist. Die Doku „Von der Oder bis zum Rhein“ ist eine poetische Bestandsaufnahme der Gegenwart.

ZDF-Doku: Was die Mainzer Stadt-Schreiberin bei Tesla und Opel erlebte

Die Mainzer Stadtschreiberin Annett Gröschner hat ihren eigenen Film gedreht. Anlässlich des „Mainzer Stadtschreiber Literaturpreises“ entstand in Zusammenarbeit mit ZDF und 3sat die Dokumentation „Von der Oder bis zum Rhein“.

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Peggy Mädler und Wenke Seemann begab sich Gröschner auf eine entschleunigte Reise durch Deutschland. Nur mit Regionalzügen fuhren die drei ostdeutschen Frauen von Frankfurt an der Oder nach Mainz am Rhein. Ihr Ziel war es zu erkunden, was das Land zusammenhält und was es polarisiert.

Die Reise soll eine Bestandsaufnahme der Gegenwart in Ost und West sein, eine lyrische Entdeckungsreise. Die drei Frauen überquerten dabei Flüsse und begegnen Menschen und Geschichten, die von Wandel, Widerstand und Hoffnung erzählen. „Wieviel Bodenhaftung erzwingen die Krisen der Gegenwart und lässt es sich mit Poesie dagegen träumen?“, lautet eine zentrale Frage des Films.

Von Tesla-Protest bis Opel-Niedergang

Der Film macht an Orten Halt, die für gesellschaftliche Bruchlinien stehen. In Grünheide trifft Annett Gröschner die Aktivistin Manuela Hoyer, die sich seit dem Bau der Gigafabrik von Tesla im Kampf mit dem E-Auto-Giganten befindet. In Sangerhausen in Sachsen-Anhalt begegnen die Reisenden der Triebwagenführerin Sandy Weisske, die von ihren Beobachtungen aus dem Zug erzählt.

Nach der Überquerung der ehemaligen innerdeutschen Grenze besuchen sie in Kassel das neue Kunstwerk „86° Walter Halit“, das als Mahnmal an zwei rechtsextremistische Morde erinnert. Kurz vor dem Endpunkt Mainz spielt die Autoindustrie erneut eine Rolle: In Rüsselsheim spricht Wenke Seemann mit dem ehemaligen Betriebsrat Jürgen Crämer, der Aufstieg und Niedergang von Opel miterlebt hat.

Die Dokumentation wird als persönlich, poetisch und politisch beschrieben. Sie verbindet Gespräche, Landschaftsbilder und literarische Gedanken zu einer vielschichtigen Bestandsaufnahme Deutschlands. Dabei stehe nicht das Ankommen im Mittelpunkt, sondern das Unterwegssein.

Die Doku „Drei ostdeutsche Frauen bummeln durchs Land – und prüfen die Schwerkraft der Verhältnisse: Von der Oder bis zum Rhein“ läuft ab 1. März um 18 Uhr in der ZDF-Mediathek sowie im linearen Fernsehen in der Nacht von Sonntag, 8. März, auf Montag (9. März) um 0:45 Uhr im ZDF.