„Schunkeltest“ auf einem Fastnachtswagen

Bevor die Fastnachter an Rosenmontag auf ihren Wagen durch Mainz fahren können, müssen diese erst vom TÜV abgenommen werden. Und da kommt Gerhard Walter ins Spiel. Wir haben ihn zum „Schunkeltest“ getroffen.

„Schunkeltest“ auf einem Fastnachtswagen

Er ist „Mr. Schunkeltest“. Seit mehr als 25 Jahren überprüft Gerhard Walter, Sachverständiger beim TÜV Rheinland in Mainz, die Fastnachtswagen auf ihre Sicherheit. Das ist wichtig, weil eigentlich keine Personen auf einem Anhänger fahren dürfen - für die Fastnacht gibt es aber eine Ausnahme. Gerhard Walter entscheidet, ob ein Wagen am Umzug teilnehmen kann oder nicht.

Sicherheit geht vor

Die Fastnachtswagen müssen bestimmten Anforderungen an Höhe, Breite und Stabilität entsprechen.„Wir testen auch, wie stabil der Wagen ist. Ich nenne das immer den ‘Schunkeltest’“, erklärt Walter. Wie das funktioniert, das seht Ihr in unserem Video!

Hier geht’s zum Video:

Zudem werden die Bremsen getestet. Dafür gibt der Fahrer kurz Gas und bremst dann ganz abrupt ab. Der 64-Jährige Walter erklärt: „Wir müssen auch hier schauen, dass bei einer Vollbremsung keine Personen durch herumfliegende Teile verletzt werden können.“

Für die TÜV-Tests ist Gerhard Walter viel unterwegs - immerhin muss er jedes Jahr mehr als 120 Wagen abnehmen. Er ist selbst leidenschaftlicher Fastnachter bei der Mainzer Prinzengarde. Ihm macht es deshalb besonders viel Spaß, die Wagen zu testen: „Am liebsten fahre ich zu Vereinen, die noch alles selbst machen, selbst anmalen und mit ganz viel Herzblut dabei sind“, erzählt er.

Doch auch wenn er ab Fastnachtsfreitag eigentlich „Feierabend“ hat - so ganz abschalten kann Gerhard Walter auch dann nicht. „Ich mache schon seit 25 Jahren bei dem Reiterkorps der Prinzengarde mit. Auch da achten wir besonders auf die Sicherheit. Ich sehe den Umzug dann von einer ganz anderen Seite“, sagt der 64-Jährige.

Auf eine Sache möchte Gerhard Walter die Zuschauer und auch die Menschen auf den Wagen aufmerksam machen: „Man sollte als Beteiligter, aber auch als Zuschauer maßvoll seine Schorle oder seinen Wein trinken. Bei etwa 500.000 Menschen an Rosenmontag kann man sich keine Fehler erlauben.“ (rk)

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