Politischer Machtkampf bei der AfD in Rheinland-Pfalz: Nur drei Tage nach dem Rekordergebnis bei der Landtagswahl ist der Spitzenkandidat Jan Bollinger am Mittwoch (25. März) als Fraktionsvorsitzender abgewählt worden. Das teilt die AfD-Fraktion Rheinland-Pfalz mit. Die AfD konnte bei der Landtagswahl 2026 mit Bollinger an der Spitze ihren Stimmenanteil auf 19,5 Prozent verdoppeln und weist nun das historisch beste Ergebnis der Partei in Westdeutschland auf.
Fraktion spricht von „Phase der Professionalisierung“
Weiter heißt es, die Fraktion habe mit großer Mehrheit einen neuen Vorstand gewählt, um „eine stärkere Professionalisierung und eine klare inhaltliche Ausrichtung“ einzuleiten. Der neue Fraktionsvorstand besteht demnach aus dem Vorsitzenden Michael Büge, den Stellvertretern Joachim Paul, Dirk Bisanz, Ralf Schönborn und Frank Senger sowie dem Parlamentarischen Geschäftsführer Damian Lohr.
Lohr erklärte, mit Michael Büge als „erfahrenem Politiker und Organisator“ werde die Fraktion eine „neue Phase der Professionalisierung einleiten“. Die Stellvertreter seien gewählt worden, um zentrale Themenfelder im Vorstand abzubilden.
Der Mainzer Michael Büge übernimmt nun den Vorsitz der stark gewachsenen AfD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag. Der 60-Jährige ist bereits seit 2017 Geschäftsführer der Landtagsfraktion und war zuvor CDU-Staatssekretär in Berlin. Von diesem Posten ist er 2013 entlassen worden, nachdem seine Mitgliedschaft in der ultrarechten Burschenschaft Gothia Berlin bekannt geworden ist.
18 zu 6 Stimmen
Wie die Allgemeine Zeitung berichtet, habe es bei der Gründung der neuen Landtagsfraktion eine Kampfkandidatur zwischen Bollinger und dem Mainzer AfD-Politiker Michael Büge gegeben. Büge habe sich dabei mit 18 zu 6 Stimmen deutlich durchgesetzt. Damit ende Bollingers Zeit an der Fraktionsspitze, die er 2023 ebenfalls nach einer internen Kampfabstimmung übernommen hatte.
Grund für die abrupte Absetzung nach dem Wahlerfolg sei unter anderem parteiinterne Kritik an Bollingers Führungsstil gewesen, so das Blatt weiter. Auch Bollingers Posten als Landesvorsitzender werde jetzt in Frage gestellt.