Mainzer Marktfrühstück: Es sieht nicht gut aus

Seit Herbst 2019 sitzen Fans des beliebten Mainzer Marktfrühstücks auf dem Trockenen. Gelockerte Corona-Regeln schüren nun Hoffnung: Gibt es das erhoffte Comeback vielleicht noch in diesem Jahr?

Mainzer Marktfrühstück: Es sieht nicht gut aus

Ab Freitag (2. Juli) gelten in Rheinland-Pfalz deutlich gelockerte Corona-Regeln (wir berichteten). Gerade Veranstalter von Festen und Events könnten davon profitieren: Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 500 Gästen wieder möglich. Unter Einhaltung gewisser Hygienevorgaben können draußen sogar bis zu 5000 Menschen zusammen feiern. Das bedeutet: Theoretisch könnte noch 2021 das erste Marktfrühstück seit Herbst 2019 stattfinden.

Doch ganz so einfach ist die Sache leider nicht. Christina Boller-Petry vom Marktfrühstück-Veranstalter Mainzer Winzer e.V. erklärt im Gespräch mit Merkurist: „Nein, zum aktuellen Zeitpunkt sehen wir eine Umsetzung des beliebten Mainzer Marktfrühstücks als leider nicht möglich an.“ Aus Sicht der Winzer sprechen nämlich gleich mehrere Gründe gegen das Marktfrühstück unter den aktuellen Vorgaben. „Die Marktstände des Wochenmarktes sind nach wie vor entzerrt und großzügig aufgestellt. Dadurch ist die Standfläche des Marktfrühstücks betroffen“, so Boller Petry. Zudem kämen die Lockerungen etwas zu spät: „Die erste Jahreshälfte liegt hinter uns und viele Winzerbetriebe haben aufgrund der bisherigen Situation besonders an den Wochenenden bereits andere Veranstaltungstermine geplant.“

„Dieses Risiko möchten wir als Veranstalter in der aktuellen Situation nicht eingehen.“ - Christina Boller-Petry, Mainzer Winzer e.V.

Um das Marktfrühstück umsetzen zu können, bedürfe es zudem einen organisatorischen Vorlauf. In ein paar Tagen lasse sich eine solche Veranstaltung nicht umsetzen. Und dann ist da noch ein weiterer Grund, der den Mainzer Winzern Bauchschmerzen bereitet: die vielen Besucher. Denn unkontrollierte Menschenansammlungen sollen auch weiterhin vermieden werden. Boller-Petry sagt: „In der Vergangenheit kam es leider immer wieder vor, dass die Besucher der beliebten Veranstaltung eigene Sitzmöbel mitgebracht oder sich zum Beispiel auf den Boden des Liebfrauenplatzes gesetzt haben. Dieses Risiko möchten wir als Veranstalter in der aktuellen Situation nicht eingehen.“

Stadt und Winzer in Gesprächen

Trotzdem stehe man mit der Stadt Mainz in Kontakt - zuletzt haben laut Boller-Petry Gespräche im Mai stattgefunden. Ergebnis: Sobald ein Marktfrühstück möglich ist, soll es stattfinden können. Die Stadt Mainz möchte sich auf Merkurist-Anfrage zum Thema bisher nicht äußern und verweist auf die Mainzer Winzer, zu denen man in „engem Kontakt“ stehe. Nun hoffen die Mainzer Winzer darauf, in diesem Jahr wenigstens einen Weinstand in der Innenstadt aufbauen zu können. Dazu sei man bereits in Gesprächen mit den zuständigen Behörden. Weil am Rheinufer zu viel Betrieb ist, wird es laut Boller-Petry hier aber wohl keinen Stand in diesem Jahr geben.

Damit die Mainzer nicht ganz auf das Marktfrühstück-Flair verzichten müssen, haben sich die Winzer bereits 2020 eine Alternative überlegt, die es auch in diesem Jahr geben soll: „Am kommenden Samstag (3. Juli) startet in den Winzerhöfen von Alwin Schmitz und Eva Vollmer das Weinfrühstück – unsere Alternative zum Marktfrühstück“, so Boller-Petry. „In den Winzerhöfen ist die Besucheranzahl kontrollierbar und im vergangenen Jahr entwickelte sich diese Veranstaltungsreihe bereits zum Besucherliebling.“

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