Warum Mainzer Clubs geschlossen bleiben

Maskenpflicht auf der Tanzfläche, neue Lüftungsanlagen und eine strenge Personenbegrenzung: Mainzer Clubs dürften an diesem Wochenende zwar öffnen, werden das aber nicht tun.

Warum Mainzer Clubs geschlossen bleiben

Eigentlich war es eine gute Nachricht: In Mainz dürfen ab diesem Freitag (2. Juli) Clubs wieder öffnen (wir berichteten). Als „ein ganz wichtiges Signal an die jungen Menschen“ bezeichnete Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) den Öffnungsschritt. Die Clubbetreiber blieben zunächst verhalten. Denn noch war das „Kleingedruckte“ nicht online – sprich, die aktuelle Corona-Bekämpfungsverordnung.

Das ist seit Mittwochabend anders. Jetzt kann jeder nachlesen, unter welchen Bedingungen Clubs wieder öffnen dürfen. Und das ist offensichtlich zu viel für die Mainzer Clubbesitzer. „Da verliert man die Lust, aufzumachen“, sagt Matteo Bellini, Besitzer des „Bellini“-Clubs gegenüber Merkurist. Zum einen müssen alle Besucher Maske tragen – auch beim Tanzen. Zum anderen dürfen zwar theoretisch bis zu 350 Gäste in einem Club sein. Allerdings gilt gleichzeitig eine Personenbegrenzung: ein Gast pro fünf Quadratmeter.

Clubs reagieren

„Bei einer Fläche von 400 Quadratmetern sind das gerade einmal 80 Personen. Das ist schon traurig“, sagt Bellini. Und viele Clubs seien noch deutlich kleiner. Verstehen kann er die Regeln nicht. „Es kommen doch sowieso nur Geimpfte, Getestete und Genesene rein – wozu dann noch diese strengen Regeln?“ Außerdem müssen Clubbetreiber „eine ausreichende Lüftung der Räumlichkeiten durch technische Vorrichtungen“ sicherstellen, heißt es in der Verordnung. Fest steht für Bellini: An diesem Wochenende wird er seinen Club noch nicht öffnen. Er plant aber eine Wiedereröffnung für das Wochenende darauf. „Man muss sehen, ob es angenommen wird.“

Andere Clubs haben bereits über Social Media reagiert – und klar gemacht, dass sie ebenfalls nicht öffnen werden. Das Caveau hat auf seiner Facebook-Seite ausführlich Stellung bezogen, unter anderem heißt es: „Es mag sein, dass es Kollegen gibt, die unter diesen Bedingungen öffnen können, aber viele werden das sicherlich nicht sein. Für uns ergibt sich hier leider keine Möglichkeit. Ein Club ist keine Maschine, die man einfach mal innerhalb von drei Tagen einschalten kann.“ Auch das Red Cat und die Dorett-Bar werden an diesem Wochenende nicht öffnen.

Paul Kaspar vom Club „Schon Schön“ sagt auf Merkurist-Anfrage: „Wir bleiben weiterhin erst mal nur als Pop-Up-Bar geöffnet. Mit den genannten Auflagen ändert sich ja ohnehin erst mal wenig im Vergleich zum jetzigen Bar-Betrieb.“

Für viele Clubbetreiber dürfte es auch schwierig sein, Regeln wie das Abstandsgebot zu kontrollieren. So dürfen sich aktuell 25 Personen im öffentlichen Raum treffen. Wer will da den Überblick behalten, wo eine Gruppe endet und die nächste anfängt? Eine Sprecherin der Staatskanzlei schreibt dazu auf Merkurist-Anfrage: „Es obliegt dem Betreiber, ein Hygienekonzept für seine Einrichtung zu erstellen, welches die Kontrolle der Abstände sicherstellt.“

Staatskanzlei schlägt „Wechselmasken“ vor

Die Verantwortung für die Masken tragen hingegen die Besucher selbst. Fraglich ist, ob eine Maske, die auf der Tanzfläche vollgeschwitzt wird, wirklich noch effektiv schützen kann. Die Sprecherin der Staatskanzlei sagt dazu: „Es liegt in der Verantwortung der Besucherinnen und Besucher zu entscheiden, wie sie hiermit umgehen; zum Beispiel durch Mitnahme von Wechselmasken.“ Mitarbeiter müssen immerhin wie in der Gastronomie keine Maske tragen, „wenn sie einen tagesaktuellen Test vorlegen und Bestimmungen des Arbeitsschutzes nicht entgegenstehen“.

Was genau mit „ausreichender Lüftung durch technische Vorrichtungen“ gemeint ist, wird vom Land nicht weiter konkretisiert. Die Sprecherin der Staatskanzlei sagt: „Die Betreiber können sich darüber mit den zuständigen Kreis- beziehungsweise Stadtverwaltungen abstimmen.“

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