Warum wird die Fastnacht in Mainz nicht abgesagt?

Rosenmontag, Saalfastnacht und Umzüge: All das wird in diesem, aber auch im nächsten Jahr anders aussehen, als es Fastnachts-Fans gewohnt sind. Wegen der Corona-Krise wurden Veranstaltungen abgesagt - zuletzt in NRW. Doch warum nicht in Mainz?

Warum wird die Fastnacht in Mainz nicht abgesagt?

Kein Karneval in NRW: Diese Nachricht beschäftigte am Freitagnachmittag Narren in ganz Deutschland. In Nordrhein-Westfalen fallen alle größeren Veranstaltungen in der kommenden Saison aus - Grund dafür: die Corona-Krise. Viele fragen sich deshalb, warum nicht auch das Land Rheinland-Pfalz ähnlich wie NRW reagiert und die Fastnacht in Mainz nicht auch wie in den Hochburgen Köln, Düsseldorf und Aachen abgesagt wird.

Nicht in gewohnter Form

Auch in Rheinland-Pfalz wurde in den vergangenen Wochen und Monaten darüber diskutiert, ob und wie man Fastnachtsveranstaltungen stattfinden lassen kann. Dabei wurde über unterschiedliche Konzepte diskutiert. Bei einem Punkt waren sich aber bisher alle einig: „Es wird einen Karneval, wie wir ihn kennen, dieses und nächstes Jahr nicht geben“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Das bestätigte auch der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Dennoch sieht er der Mainzer Fastnacht positiv entgegen. Denn für ihn steht fest: „Ich habe allerdings den Eindruck, dass viele nicht alles absagen wollen und schon noch Fastnacht erleben wollen. Absagen kann jeder. Wir sollten vielmehr überlegen, was unter den bestehenden Bedingungen trotzdem möglich ist.“

Die kommende Kampagne werde aber auf jeden Fall eine „herausfordernde Kampagne“. Ebling sieht in der Fastnacht auch eine wichtige Chance für die Gesellschaft, während dieser Krise Hoffnung zu schöpfen. „Es gab schon Zeiten in Mainz, da lag die Stadt in Trümmern und trotzdem hat man Rosenmontag gefeiert. Im Sinne von Aufbruch und Zuversicht. Und ich denke, auch diese Zeit braucht die Zuversicht und auch die Zerstreuung.“

MCV steckt mitten in der Planung

Trotz aller Zuversicht des Oberbürgermeisters musste der Mainzer Carneval-Verein (MCV) vielen Fastnachtsfans bereits Anfang September eine Hoffnung nehmen: „Es wird in diesem Jahr beim MCV keine Präsenzveranstaltungen geben“, so Reinhard Urban, Präsident des MCV, auf einer Pressekonferenz. Auch der Rosenmontagszug werde in der gewohnten Form nicht stattfinden können. Dies sei auch nicht zu verantworten. „Ich möchte noch mit allen Beteiligten sprechen, allerdings wird es die typische Straßenfastnacht nicht geben“, so Urban weiter. Das bedeute aber nicht, dass es keine Alternativen gebe: „Wir arbeiten an Alternativen und wollen zur Fastnacht in der Stadt sichtbar sein.“

Wie genau die Alternativen aussehen, das wollte Urban noch nicht verraten. Hier seien die Vereine noch in der Planung und der Erarbeitung von Konzepten. Für den 11.11. macht er allerdings ein wenig Hoffnung: „Die Proklamation wird stattfinden, in welcher Form, das versuchen wir gerade zu klären.“

Zwar haben weder das Land, noch die Stadt Mainz und die Mainzer Fastnachtsvereine Fastnachtskampagne für das Jahr 2020/21 komplett abgesagt, eins wird aber deutlich: Die gewohnte Mainzer Fastnacht wird es nicht geben. Für viele Fastnachter wird dies vermutlich wie eine Absage sein. (ms)

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