Bäume am Rhein verlieren die Rinde

Immer mehr Mainzer Bäume leiden unter den hohen Temperaturen des Sommers. Am Rheinufer verlieren sie ihre Rinde und auch Blätter. Der NABU-Vorsitzende Christian Henkes erklärt, warum das so ist.

Bäume am Rhein verlieren die Rinde

Vertrocknete Blätter, nackte Stämme: Die Bäume am Mainzer Rheinufer scheinen derzeit zu kränkeln. Reihenweise haben sie ihre Rinden verloren und auch die Baumkronen welken. Vereinzelt fallen sogar schon Blätter zu Boden. Das ist auch Merkurist-Leser John aufgefallen: „Was ist mit den Linden am Rheinufer?“, fragt er deshalb in einem Snip.

Das Verhalten der Bäume sei relativ normal, so Christian Henkes, Vorsitzender des Naturschutzbunds Mainz (NABU). „Wenn die Bäume unter Trockenstress stehen, dann werfen sie ihre Blätter ab. Das machen sie deswegen, weil es seit knapp fünf Wochen nicht mehr richtig geregnet hat“, so Henkes. Die Bäume reduzieren durch den Abwurf ihre Oberfläche, damit sie nicht austrocknen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind am Mainzer Rheinufer viele Bäume davon betroffen. „Nicht nur Linden, auch andere Bäume schützen sich so vor den hohen Temperaturen“, sagt Henkes.

Auch dass sie ihre Rinde abwerfen, sei eine normale Reaktion: „Da die Bäume immer weiter wachsen, reißt die Rinde auf - sie häuten sich sozusagen. Das ist ein normaler Prozess. Dass das aber derzeit so massiv ist, ist auch der Trockenheit geschuldet“, so Henkes. Das Problem sei, dass die Niederschläge nicht mehr „regelmäßig“ sind, sondern sich stark über das Jahr verteilen würden. „Wenn das so weitergeht, dann kriegen wir in absehbarer Zeit ein Problem, da die Bäume vermutlich noch vor Herbst ihre Blätter verlieren werden“, so Henkes.

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Auch der Stadt Mainz ist das Problem der Bäume zwischen Malakoff-Passage und Fischtor bekannt:
„Wir gehen davon aus, dass diese Bäume aufgrund der unter den Bäumen befindlichen Bodenplattenflächen einer größeren Hitzestrahlung ausgesetzt sind und mithin wegen des Hitzestaus ohne große Abkühlungseffekte über Nacht derzeit größere Stresssymptome zeigen“, so Ralf Peterhanwahr, Pressesprecher der Stadt Mainz. Denn die Bäume am Rhein wirkten gestresster als die vergleichbare Anpflanzung in Gonsenheim. Das Grünamt schätze die Situation aber nicht als dramatisch ein. Die Bäume würden sich erholen, sobald erste Regenfälle zu verzeichnen sind. „Solche besonderen Reaktionen weisen viele Bäume derzeit auf, nicht allein in Mainz: dauerhafter Regen würde gut tun.“

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