Mainzer trauern um Wohnungslosen Markus D.

Lange wurde Markus D. vom Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland“ begleitet. Jetzt ist er in der Unimedizin Mainz gestorben.

Mainzer trauern um Wohnungslosen Markus D.

Wie Gerhard Trabert, Vorsitzender des Vereins „Armut und Gesundheit in Deutschland, in einem Facebook-Post bekannt gab, ist der Mainzer Wohnungslose Markus D. im Krankenhaus gestorben. „Wir trauern um einen weiteren Patienten, den wir seit langer Zeit betreuten und begleiteten“, heißt es in dem Post.

Man habe ihn schon lange gekannt, so Trabert auf Anfrage von Merkurist. „Er war ein liebenswerter Mensch, dem einige Schicksalsschläge widerfahren sind. Wir haben ihn bestimmt schon sieben, acht Jahre begleitet und intensiv betreut.“ D. habe schon längere Zeit auf der Straße gelebt, war bei vielen bekannt. „Er brauchte verschiedene Therapien und Hilfe im alltäglichen Leben. Gerade jetzt hatten wir einige Optionen für ihn eröffnet. Er war dem gegenüber sehr motiviert und offen.“

Seit Donnerstag im Krankenhaus

Am Donnerstag gab es nun wohl einen Vorfall, bei dem ein Notarzt hinzugezogen und D. sogar reanimiert werden musste. „Er ist dann auf die Intensivstation der Uniklinik gekommen.“ In der Notfallambulanz habe man D. sogar gekannt, so Trabert. „Auch die Kollegen dort waren sehr betroffen und haben Abschied genommen. Es freut mich, dass da das Menschliche nicht verloren geht und bin sehr dankbar für das Engagement.“ Freunde und Wegbegleiter von D., die auch den Notarzt gerufen hatten, seien ebenfalls sehr betroffen. „Das berührt auch uns als Team sehr.“

Trabert selbst habe auch mit D. über das Thema Tod gesprochen. „Ich habe ihm gesagt, noch einen Winter überlebst Du so nicht. Und das hatte er auch verstanden und war deswegen auch sehr motiviert, etwas zu tun.“ Die Menschen, die auf der Straße leben, wüssten auch um die Risiken. Viele von ihnen haben aber negative Erfahrungen im Leben gemacht, so Trabert. „Es fehlt ihnen an Motivation, Willen - deswegen wollen wir sie wertschätzen, ihnen Nähe schenken. Jeder ist uns wichtig!“

Ob es eine Trauerfeier für Markus D. geben wird, konnte Trabert noch nicht sagen. „Er hatte Angehörige, die dann natürlich das Recht haben, etwas zu auszugestalten. Da halten wir uns dann im Hintergrund.“ In der Regel gebe es aber interne Gedenkfeiern. „Außerdem tauschen wir uns im Team natürlich auch aus, verarbeiten gemeinsam den Verlust; das trägt einen dann schon durch diese Zeit.“ Es seien in letzter Zeit viele seiner Patienten gestorben, sagt Trabert. Das mache sehr betroffen, denn: „Es entstehen ja auch Beziehungen. Zwar müssen wir Professionalität und Distanz wahren, aber trotzdem empathisch bleiben.“ (js)

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