Der Mainzer Fotograf und Stadtchronist Philipp Münch ist tot. Wie die Stadt Mainz mitteilt, verstarb er zu Beginn des Jahres im Alter von 95 Jahren.
Als gelernter Fotograf dokumentierte Münch über Jahrzehnte das Leben in Mainz. Seine Fotografien aus der Zeit des Wiederaufbaus nach 1945 sind heute ein wertvoller Bestandteil der Sammlung des Mainzer Stadtarchivs. Zudem engagierte er sich als Zeitzeuge in Gesprächsrunden, hielt Vorträge an Schulen und schilderte seine Erlebnisse in Presseberichten und Dokumentationen.
Oberbürgermeister Nino Haase würdigte den Verstorbenen: „Über die Fotografie hat Philipp Münch nach Kriegsende zu jenen Themen gefunden, die ihn sein Leben lang begleiten sollten und die er bis zuletzt mit größter Leidenschaft verfolgte: Stadtgeschichte, Kultur und insbesondere die Völkerverständigung und die deutsch-französische Aussöhnung und Freundschaft. Mainz hat einen allerorts geschätzten Chronisten und Zeitzeugen der letzten Kriegsstage sowie der Nachkriegszeit verloren, eine wichtige Stimme ist uns verloren gegangen.“
Ein Leben für die deutsch-französische Freundschaft
Im Jahr 1949 fand Münch eine Anstellung bei der Kulturabteilung der französischen Militärverwaltung auf der Mainzer Zitadelle. Später war er in der Kulturabteilung der Französischen Botschaft in Mainz und Bonn tätig. Über seine berufliche Laufbahn hinaus setzte er sich privat für den kulturellen Austausch und die deutsch-französischen Beziehungen ein. „Indem er die Völkerverständigung und den kulturellen Dialog zu seiner Lebensaufgabe machte, lebte Philipp Münch Werte wie Toleranz und Gewaltfreiheit, die Freiheit des Geistes und der Künste vor“, so Haase.
Auch Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse erinnert sich: „Mit dem Tod von Philipp Münch verlieren wir einen herausragenden Vertreter der deutsch-französischen Freundschaft in Mainz und einen bedeutenden Botschafter der Kultur und Stadtgeschichte. Persönlich habe ich die zahlreichen Begegnungen mit ihm auf der Zitadelle stets sehr geschätzt. Der Austausch mit ihm war immer bereichernd und von großer Wertschätzung geprägt. Er hinterlässt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird.“
Mehrfach für Engagement ausgezeichnet
Für sein Engagement wurde Philipp Münch mehrfach ausgezeichnet. 2010 erhielt er den „Mainzer Pfennig“ der Landeshauptstadt, 2013 ehrte ihn das Land Rheinland-Pfalz mit der Verdienstmedaille. Eine besondere Würdigung seiner Lebensleistung war die Verleihung des „Ordre National du Mérite“ im Jahr 2017, eine hohe Auszeichnung des französischen Staates, die nur selten an nicht-französische Staatsbürger vergeben wird.