Abschied: Diese bekannten Mainzer sind 2022 gestorben

2022 gab es nicht nur Grund zur Freude, Mainz hat auch um bekannte Persönlichkeiten getrauert. Diese Mainzer haben uns in diesem Jahr für immer verlassen.

Abschied: Diese bekannten Mainzer sind 2022 gestorben

Fastnachtslegende, Mainzer Ehrenbürger, 05-Ikone – 2022 sind einige bekannte Mainzer gestorben. Welche Erinnerungen wir mit ihnen verbinden.

Joe Ludwig

Nur einen Tag vor seinem 93. Geburtstag, am 8. Februar, starb der legendäre Fastnachter Joe Ludwig. Er gründete 1946 die „Gonsbachlerchen“ mit, der Gonsenheimer Carneval-Verein schaffte es mit ihm in die Fernsehfastnacht. Nicht nur als kreativer Kopf, sondern auch als Büttenredner machte er seinen Verein und die Mainzer Fastnacht deutschlandweit bekannt. „Der GCV verliert einen Fastnachter, echten Meenzer und sehr sehr guten Freund“, hieß es in der Stellungnahme des GCV.

Als Sitzungspräsident und Protokoller habe Ludwig durch „grandiose Rhetorik und schlagfertigen Humor“ Maßstäbe gesetzt, seine Büttenvorträge und Lieder hätten jahrzehntelang zum Besten gehört, was die Mainzer Fastnacht ausgezeichnet habe. „Dabei standen seine Verbundenheit und Liebe zu Gonsenheim und seiner Vaterstadt Mainz immer im Mittelpunkt.“

Bodo Noeske

Mit gerade einmal 59 Jahren verstarb Ende März der Piraten-Politiker Bodo Noeske. Bei der Bundestagswahl im Herbst 2021 war Noeske noch für seine Partei als Direktkandidat im Wahlkreis Mainz (205) an den Start gegangen. Im Hauptberuf arbeitete er unter anderem als Versicherungsmakler, erlernt hatte er den Beruf des Sozialpädagogen. Als Mitglied mehrerer Ausschüsse war Bodo Noeske auch in der Mainzer Kommunalpolitik aktiv.

Monsignore Klaus Meyer

Der Mainzer Ehrenbürger Monsignore Klaus Mayer starb am 16. Dezember im Alter von 99 Jahren. 1965 war er als Pfarrer zur Mainzer Gemeinde St. Stephan gekommen, in der er bis 1991 hauptamtlich tätig war.

Mayer wirkte maßgeblich am Wiederaufbau von St. Stephan nach dem Krieg mit. Seiner Initiative verdankt Mainz die berühmten Fenster von Marc Chagall und Charles Marq, die als Zeichen für jüdisch-deutsche Verbundenheit, deutsch-französische Freundschaft, Völkerverständigung und Frieden stehen. Auch in seinem Ruhestand war Klaus Mayer für die Gemeinde St. Stephan aktiv.

1985 erhielt Mayer die päpstliche Auszeichnung des Monsignore-Titels. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und Erster Klasse, des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz und der hohen französischen Auszeichnung „L'Ordre des Arts et des Lettres au grade d'Officier de la République française“. Im Jahr 2000 wurde ihm die Ehre zuteil, sich als „Brückenbauer zwischen Juden und Christen in Deutschland“ ins Goldene Buch des Jüdischen Nationalfonds einzutragen. Die Stadt Mainz verlieh Monsignore Klaus Mayer die Gutenberg-Plakette und -Büste, den Ehrenring sowie 2005 die Ehrenbürgerwürde.

Horst Hülß

Als „Ikone von Mainz 05“ würdigte Vereinspräsident Stefan Hofmann den im Oktober verstorbenen Horst Hülß (84). Der gebürtige Oberfranke kam 1965 zum 1. FSV Mainz 05, für den er bis 1968 in der Regionalliga spielte, der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere trainierte er ab 1968 zwölf Vereine im Rhein-Main-Gebiet, darunter auch Mainz 05 in der Zweiten Bundesliga, Amateurliga, Oberliga (1976-80) und erneut in der Zweiten Bundesliga (1988). Im Hauptberuf war Hülß Studiendirektor am Mainzer Schloßgymnasium und von 1996 bis 2012 Pressereferent des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer.

Michael Pietsch

Der Mainzer CDU-Politiker Prof. Dr. Michael Pietsch starb im September im Alter von 64 Jahren. Pietsch saß von 2004 bis 2019 im Mainzer Stadtrat. Abseits der Lokalpolitik übernahm er nicht nur eine Leitungsfunktion in der Abteilung für Hygiene und Umweltmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, sondern war auch Gastprofessor für Hygiene an der Medizinischen Hochschule in Woronesch (Russland). Als Mitglied in der Landsmannschaft Schlesien und im Bund der Vertriebenen machte sich Pietsch zudem für die Belange von Vertriebenen stark.

Weitere bekannte Persönlichkeiten, die 2022 gestorben sind

Außerdem starben im Jahr 2022: die Seniorchefin des Spielwarengeschäfts „Wirth – Der Kinderladen“, Margot Demmler (100), der frühere Schauspieler am Mainzer Staatstheater Matthias Lamp (42), der frühere „heute“-Moderator Claus Seibel (85), der Ehrenvorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Mainz Gonsenheim, Dr. Hermann-Dieter Müller, ZDF-Fernsehjournalist Ruprecht Eser (79), der frühere Ruderer und Olympiateilnehmer Udo Hild (79), der ehemalige Mainz-05-Torwart Kurt Planitzer (86), der Sportwissenschaftler und Olympiaexperte Prof. Dr. Norbert Müller (75) und der emeritierte Domkapitular Günter Emig (93).

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