Abschied: Diese bekannten Mainzer sind 2021 gestorben

2021 gab es nicht nur Grund zur Freude, die Mainzer haben auch um bekannte Persönlichkeiten getrauert. Diese Mainzer haben uns in diesem Jahr für immer verlassen.

Abschied: Diese bekannten Mainzer sind 2021 gestorben

ZDF-Legende, Oberbürgermeister a.D. und CDU-Urgestein – 2021 sind einige bekannte Mainzer gestorben. Welche Erinnerungen wir mit ihnen verbinden.

Heinz Hermann Thiele

Der in Mainz geborene Selfmade-Milliardär Heinz Hermann Thiele gehörte ab 1979 dem Vorstand des Unternehmens Knorr-Bremse an. 1987 wurde er Vorstandsvorsitzender der Unternehmensgruppe, deren Gesellschaftsanteile er ab 1985 sukzessive erwarb. Von 2007 bis 2016 war Thiele Aufsichtsratsvorsitzender der Knorr-Bremse AG, ab Juli 2020 stellvertretender Vorsitzender.

Mit zwölf Prozent der Lufthansa-Anteile war er nach dem Staat der zweitgrößte Aktionär der Fluggesellschaft. Laut Angaben der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ gehörte Heinz Hermann Thiele mit einem geschätzten Vermögen von rund 20 Milliarden Dollar zu den reichsten Deutschen. Er starb am 23. Februar im Alter von 79 Jahren überraschend in München.

Johannes Gerster

Für die CDU saß Johannes Gerster im Bundestag und im Landtag, zudem war er Landesvorsitzender seiner Partei. Von 2006 bis 2010 war er Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Außerdem wirkte der CDU-Politiker in der Mainzer Fastnacht und engagierte sich bei zahlreichen ehrenamtlichen Initiativen. Bis zuletzt war er ein streitbarer Geist, der weit über die Parteigrenzen hinaus respektiert wurde. Gerster starb am 21. August im Alter von 80 Jahren.

„Mit Johannes Gerster verlieren wir einen großartigen Menschen, ein Urgestein der CDU, einen Vollblutpolitiker und Vorbild“, sagte CDU-Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende Julia Klöckner zum Tod Gersters. „Wir sind Johannes Gerster zu Dank verpflichtet für seine Loyalität und die harte Arbeit über die vielen Jahre hinweg, aber auch für seine Fröhlichkeit und lebensbejahende Art.“

Wolf-Dieter Poschmann

Der frühere Leichtathlet Wolf-Dieter Poschmann wurde 1993 fest angestellter Redakteur in der Hauptredaktion Sport des ZDF, zwei Jahre später rückte er zu deren Leiter auf. 2005 wechselte er auf die Position des Chefreporters in der Hauptredaktion Sport. Von 1994 bis 2011 moderierte Poschmann das „Aktuelle Sportstudio“ im ZDF. Als Moderator und Kommentator war er zudem regelmäßig bei Sport-Großveranstaltungen im Einsatz. Nach den Olympischen Sommerspielen 2016 ging er in den Ruhestand. Poschmann starb Ende August im Alter von 70 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in Mainz.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey sagte: „Wolf-Dieter Poschmann hat den ZDF-Zuschauern viele große Sportmomente anschaulich, kompetent und mit viel Leidenschaft für die Leistung der Athleten vermittelt. Über 30 Jahre war er eines der prägenden Gesichter und eine der einprägsamen Stimmen vieler Sportsendungen im Zweiten.“

Herman-Hartmut Weyel

Der SPD-Politiker Herman-Hartmut Weyel saß für seine Partei ab 1969 im Mainzer Stadtrat und übernahm 1987 das Amt des Mainzer Oberbürgermeisters von Jockel Fuchs (SPD). 1997 löste Jens Beutel (SPD) Weyel als Oberbürgermeister der Stadt Mainz ab. In Weyels Amtszeit fiel unter anderem die Gründung der Spielbank Mainz, die Rettung des vom Abriss bedrohten Frankfurter Hofs als Kultureinrichtung und die Einweihung des Seniorenzentrums auf der Frankenhöhe. Nach seiner Amtszeit setzte sich Weyel unter anderem für die Wiedereingliederung der AKK-Stadtteile nach Mainz ein. Weyel starb Ende November.

Der amtierende Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) sagte: „Die Stadt Mainz trauert um Herman-Hartmut Weyel. Sein Lebenswerk verdient höchste Anerkennung. Mit Herman-Hartmut Weyel verliert Mainz eine große Persönlichkeit, die stets als Mensch des Ausgleichs und der ruhigen Hand galt.“

Weitere bekannte Persönlichkeiten, die uns 2021 verlassen haben

Im März starb der ehemalige Mainzer Hofsänger Otto Schlesinger im Alter von 88 Jahren. Kurz darauf, am 29. April, starb der aktive Hofsänger Volker Allendorf plötzlich im Alter von 59 Jahren. Es war ohnehin ein trauriger Frühling für die Mainzer Fastnacht: Erst Mitte April war KCK-Ehrenpräsident Jürgen Müller mit 84 Jahren gestorben, kurz zuvor Ende März die Fastnachtslegende Rudi Henkel. Er starb mit 95 Jahren an einer Infektion mit dem Coronavirus.

Die Redaktionsleiterin des Auslandsjournals im ZDF, Katrin Helwich, starb im Oktober im jungen Alter von 45 Jahren. Im Juni starb der ehemalige Leitende Archivdirektor a.D. Dr. Ludwig Falck mit 93 Jahren, im September der Mainzer Hotelier Eberhard Barth im Alter von 80 Jahren. Dagmar Kaiser, Universitätsprofessorin am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität, starb im Juli im Alter von 59 Jahren. Im Dezember verstarb das ehemalige Stadtratsmitglied Elisabeth Kilali (SPD) mit 79 Jahren.

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