Beierlorzer-Nachfolger: Wer ist Jan-Moritz Lichte?

Am Montag feuerte Mainz 05 Trainer Achim Beierlorzer. Die Mannschaft übernehmen wird nun Jan-Moritz Lichte, der bisher Co-Trainer war. Doch wer ist dieser Mann, der bei seinen bisherigen Stationen eher als „stiller Stratege“ agiert hat?

Beierlorzer-Nachfolger: Wer ist Jan-Moritz Lichte?

Mainz 05 am Abgrund: Nach dem Spielerstreik und dem katastrophalen Saisonstart musste nun Trainer Achim Beierlorzer gehen - und nun kommt Jan-Moritz Lichte. Der bisherige Co-Trainer soll den FSV interimsweise übernehmen und mit dem Team wieder in die Erfolgsspur finden. Insidern ist der gebürtige Hesse längst bekannt. Doch nicht jeder Fußballfan kennt Lichte, der bereits seit 2017 im Trainer-Team von Mainz 05 ist.

„Stiller Stratege“

Wie man mit Spielern umgeht und eine Mannschaft taktisch einstellt, weiß Lichte zumindest theoretisch sehr gut. Denn als Lehrgangsbester absolvierte der 40-Jährige im Jahr 2011 seine Ausbildung zum Fußballlehrer. Zu dieser Zeit war er bereits als Co-Trainer beim SC Paderborn tätig, für den er noch kurz zuvor als Spieler der zweiten Mannschaft agierte. Als Trainer wiederum wechselte Lichte zur Saison 2011/2012 zum FC Sankt Pauli. Die Internetseite „Blog trifft Ball“ bezeichnete den 40-Jährigen damals schon als „stillen Strategen“.

Aufgrund seiner guten Arbeit wurden auch die Bosse von Bundesligist Bayer Leverkusen auf Lichte aufmerksam und holten den damals 32-Jährigen als Co-Trainer. Nach zwei Jahren übernahm Lichte schließlich zur Saison 2014/2015 den Co-Trainer-Job bei Hannover 96, wo er in der darauf folgenden Spielzeit die Nachwuchsabteilung übernahm. Lichte ist bisher also der klassische zweite Mann gewesen.

Einmal Kurzzeit-Chefcoach der 05er gewesen

Einmal jedoch nahm er zumindest für ein paar Stunden die Rolle des Chefcoaches ein - und das nach seinem Wechsel zu Mainz 05. Für den gesperrten Sandro Schwarz stand er vor ziemlich genau einem Jahr in verantwortlicher Position an der Außenlinie - ausgerechnet im Spiel gegen seinen alten Verein SC Paderborn. Letztlich gewannen die 05er knapp. Damals fiel Lichtes Fazit nach dem Spiel in Bezug auf seine Rolle als Kurzzeit-Coach schon selbstbewusst aus: „Ich hatte nicht das Gefühl, fehl am Platz zu sein.“ Das sahen wohl nun auch die Mainz-Bosse so und installierten Lichte als Interimscoach. Sportvorstand Rouven Schröder ist dabei von Lichtes Eignung für den Posten überzeugt: „Jan-Moritz Lichte verfügt über die fachliche Expertise, eine Erfahrung als Trainer über mehr als zehn Jahre und er kennt unsere Mannschaft natürlich in und auswendig. Wir trauen ihm daher zu, unser Team in die weitere Saison zu führen.“ Wie lange Lichte letztlich auf dem Cheftrainer-Sessel Platz nehmen darf, wollte Mainz 05 bisher aber nicht bekanntgeben.

Lichte gibt sich indes fokussiert und sagt zu seiner neuen Aufgabe: „Ich werde mich in meiner neuen Rolle jetzt auf das konzentrieren, was ich unmittelbar beeinflussen kann. Das ist die Arbeit mit der Mannschaft im Training und in der Vorbereitung auf die Partie bei Union Berlin am Freitag. Für das Team und mich steht diese Fokussierung absolut im Mittelpunkt.“ Ob er also in den kommenden Tagen und Spielen den richtigen Draht zur Mannschaft findet, bleibt abzuwarten. Wenn ihm das gelingen sollte, könnte er in Mainz zur Dauerlösung werden. (mo)

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