Mainzer Wochenmarkt: Wo ist der Hahn?

Der Eiermann Werner Scholles gehört so sehr zum Mainzer Wochenmarkt wie das Marktfrühstück. Zuletzt wird aber sein Helfer vermisst: Hahn Moritz.

Mainzer Wochenmarkt: Wo ist der Hahn?

Schon seit mehr als 30 Jahren verkauft Werner Scholles auf dem Mainzer Wochenmarkt Eier. Normalerweise bringt er seinen Hahn Moritz mit zu seinem Stand bei der Heunensäule. In letzter Zeit jedoch ist das Tier dort nicht zu sehen.

„Der Hahn hat Urlaub“, sagt Scholles schmunzelnd. Das Tier bleibe aktuell auf seinem Hof in Mommenheim und streite dort mit den Hühnern und Katzen um das beste Futter. In Wahrheit schone er aber die Gesundheit seines Hahns. Wir Menschen würden schließlich auch frieren, wenn wir bei niedrigen Temperaturen ohne Bewegung lange draußen stünden. Das wolle er Moritz derzeit ersparen. „Hühner können auch krank werden“, fügt Scholles hinzu. „Wie Pflanzen. Wenn denen zu kalt ist, gehen sie ein.“ Das Federkleid sei nicht besonders dick. Wir würden ins im Winter zumindest dick anziehen, wenn wir längere Zeit im Freien verbringen.

Auf die Frage, wann Moritz denn wiederkommen könne, verweist der Eierverkäufer auf eine alte Bauernweisheit. Schon als Kind habe er sie gelernt und wisse, dass sie stimme. „Wenn am 2.2. – das ist ‘Maria Lichtmess’ – die Sonne nicht scheint, ist der Winter vorbei.“ Wenn sie scheine, bleibe es kalt. Das Datum wolle er also abwarten, bevor er entscheide, ob er Moritz den Markt wieder zutrauen könne.

Frühstücksei mit Bauernweisheiten

Eier in den Größen M und L kann man bei Scholles kaufen. Wer Zeit hat, bekommt von dem 85-Jährigen auch gerne eine Anekdote dazu. In jedem Fall weist er darauf hin, dass die Eier für mindestens elf Tage nicht in den Kühlschrank müssen. Seine Stammkundschaft kennt diesen Hinweis bereits und beherzigt ihn gern. Man müsse sich ja auch keine Sorgen machen, scherzt Scholles: „Die Hühner sind alle gegen Salmonellen geimpft.“

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