Aus für Mainzer Dombuchhandlung: Tag der Schließung steht schon fest

Die Dombuchhandlung am Markt gehört zu den Traditionsgeschäften in der Mainzer Altstadt. Nun wird sie für immer schließen. Wir haben mit der Inhaberin gesprochen.

Aus für Mainzer Dombuchhandlung: Tag der Schließung steht schon fest

Als sie 16 Jahre alt war, fing Petra Kriszat an, in dem Geschäft ihres Vaters zu arbeiten. Die Buchhandlung am Dom hatte er 1966 übernommen, nur zwei Jahre später war der Laden ein paar Häuser weiter an den jetzigen Standort gezogen. Das ist nun 56 Jahre her. Seitdem gehört die Dombuchhandlung zum Bild des Markts dazu, zentral gelegen und den Dom im Hintergrund. Bald wird sie ihre Türen für immer schließen.

„Aus Altersgründen“, wie Petra Kriszat sagt, die die Buchhandlung gemeinsam mit ihrem Bruder 1996 übernommen hatte. Auch eine Kollegin gehe in Rente, daher passe der Zeitpunkt gut. Kriszat berichtet, wie schwierig es zu Zeiten des Onlineversands sei, eine Buchhandlung zu betreiben und wie schwierig, einen Nachfolger zu finden. Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden zeitweisen Schließungen haben das Geschäft zusätzlich erschwert und den Weihnachtsverkauf fast zunichte gemacht. „Seit vier bis fünf Jahren wird es immer schwieriger“, so Kriszat. Früher hatte die Dombuchhandlung noch Großkunden gehabt, etwa das ZDF beliefert.

Von theologischer Literatur zur Sortimentsbuchhandlung

Um möglichst viele Zielgruppen zu erreichen, hat sich das Angebot der Buchhandlung im Lauf der Zeit geändert. Theologische Literatur gab es „ganz früher“, heute sei das Geschäft eine „Sortimentsbuchhandlung“, mit Sachbüchern, Romanen, Kinderbüchern und Regionalia. „Bücher über Mainz werden immer noch sehr gut verkauft“, so Kriszat.

In knapp einem Jahr, am 31. März 2023, wird Petra Kriszat zum letzten Mal „ihre“ Dombuchhandlung öffnen. Wer nach der Schließung der Dombuchhandlung in das Haus am Markt einzieht, weiß Kriszat noch nicht.

Logo