Woher kommen die Fastnachtsfarben?

Rot, weiß, blau, gelb: Wenn in Mainz die fünfte Jahreszeit in vollem Gange ist, erstrahlt die Stadt in diesen Farben. Doch woher kommen die Fastnachtsfarben eigentlich?

Woher kommen die Fastnachtsfarben?

Sie gehören zur Fastnacht wie Schwellkoppträger und Zugplakettche - die Farben der Fastnacht. Rot, weiß, blau und gelb: Doch woher kommen die Farben und welche Bedeutung haben sie?

Warum genau die Farben so kombiniert wurden und woher sie kommen, ist unklar. Fest steht nur: Schon im Gründungsjahr des Mainzer Carneval Vereins 1838 kamen die Farben auf der Narrenkappe vor. Allerdings waren sie da noch nicht so gereiht wie heute. Auch beim ersten Rosenmontagszug waren die Farben zu sehen.

Wie der Journalist Günter Schenk schreibt, interpretierten die Redner die Farben unterschiedlich. „So soll ein Büttenredner anno 1840 in Mainz seine Narrenkappe geschwenkt und dazu gereimt haben: ‘Dein Weiß ist die Reinheit unsrer Absicht; dein Gelb ist das Sonnengold unsrer Herzen; dein Roth ist die Feuerfarbe unserer Gedankenbilder, dein Blau ist der Azurhimmel unserer Freudigkeit.’“ Für den Mythos, dass die Fastnachtsfarben etwas mit der Trikolore Frankreichs zu tun haben, gibt es keine Belege. Er besagt laut Schenk, dass die Mainzer aus Verachtung über die Besatzung die Farben der Trikolore umgestellt und mit Gelb ergänzt hätten.

Vergleich mit den Fastnachtstagen

Laut Schenk gab es auch einen Vergleich der Farben mit den Fastnachtstagen. Dabei wird jedem Tag eine Farbe zugeschrieben: „Weiß ist der Sonntag, um im Festkleide rein und nett den Helden Carneval zu empfangen. Blau ist der Montag, blau wie der Himmel, blau wie Mädchenaugen, blau wie Vergißmeinnicht, ein Tag wie ein blaues Mährchen mit kindischem Glauben angehört. Roth ist der Dienstag, mit Liebe die Carnevalskinder, die Kinder der Lust und Freude noch einmal umfassend; freudenroth, daß er sie noch einmal erquicken kann; schamroth zugleich, daß so bald zu Ende ist sein Reich. Aber gelb ist der Aschermittwoch, ja gelb wie Häringssalat, gelb wie Kaffe, gelb wie Katzenjammer, gelb voll Aerger, Neid und Schulden, und grün und gelb wird’s allen vor den Augen.“ (mm)

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