So tickt der rheinhessische TV-Spitzenkoch

Tom Götter aus Selzen hat schon überall auf der Welt gekocht. Nun wurde er in der Sat.1-Sendung „Top Chef Germany“ deutschlandweit bekannt. Doch wie tickt der Küchenmeister?

So tickt der rheinhessische TV-Spitzenkoch

Für Küchenmeister Tom Götter war der Traum zum Greifen nahe - er stand im Finale der Sat.1-Sendung „Top Chef Germany“. Beinahe hätte der Selzener 50.000 Euro und einen mehrseitigen Artikel über sich im „Feinschmecker“-Magazin gewonnen. Doch am Ende scheiterte er knapp (wir berichteten). Mit Merkurist hat Götter nun über seine Erfahrungen in der Show und sein Leben als Jet-Set-Koch gesprochen.

Über seinen Stil sagt Götter: „Meine 'Küche', mein Stil ist rebellisch, aber immer strukturiert. Ich kombiniere gerne Dinge und erfinde Dinge neu, aber immer mit dem Leitfaden, den Grundgedanken nicht zu verlieren.“ Mit 32 Jahren hat es Götter bereits geschafft, in einigen der bekanntesten und renommiertesten Restaurants auf der ganzen Welt zu kochen. Angefangen hat alles mit einer Koch-Ausbildung im Mainzer Hyatt Regency-Hotel. Von dort aus ging es über das Berliner Sternerestaurant „Hugos“ um die ganze Welt. Götter kochte in Spanien, Österreich, Kanada, Australien oder auf Bali.

Traumjob gefunden

Inzwischen ist er Executive Chef auf der 6-Sterne Discovery Yacht „Scenic Eclipse“ und genießt alle Freiheiten. „Hier darf ich meine Ideen einbringen. Dabei geht es um alle Komponenten der Gastronomie: Rezepte, Produkte, Anrichten oder die Art und Form der Teller“, so Götter. Auch wenn er es im Jahr nur noch für knapp sechs Wochen nach Mainz schafft, sagt er: „Für mich ist das ein Traumjob.“

Als Götter davon hörte, dass die Sendung „Top Chef“ für die deutsche Ausgabe nach Kandidaten sucht, bewarb er sich sofort. „’Top Chef’ ist einfach eine große Nummer“, sagt er. Besonders dass Koch-Genie Eckart Witzigmann Teil der Jury sein würde, habe Götter überzeugt. „Witzigmann ist eine Legende“, so Götter. „Ich habe mich beworben, habe mich in einem Casting und einem Vorentscheid durchgesetzt und wurde so Teil der Sendung.“

Doch wie hat es Götter geschafft, die mehrere Wochen andauernden Dreharbeiten mit seinem Job zu vereinbaren? „Ich hatte die volle Unterstützung meiner australischen Vorgesetzten“, sagt Götter. In Australien sei „Top Chef“ nämlich ein viel bekannteres TV-Format als in Deutschland. Die Sendung wird in vielen Ländern der Welt produziert - von Brasilien über die USA bis Vietnam. Und daher seien seine Chefs vor Freude regelrecht „ausgerastet“, als sie von seiner Teilnahme erfuhren. „Sie haben zu mir gesagt, sollte ich in irgendeiner Form Unterstützung brauchen, würden sie mir diese auch geben. Das finde ich wirklich cool“, so Götter.

Deutsche und rheinhessische Küche wichtig

Auch wenn Götter sich gerne an kreativen Neuinterpretationen in der Küche versucht, weiß er um seine Wurzeln. „Ich muss ehrlich zugeben, dass ich früher nicht viel von der deutschen Küche gehalten habe. Erst als ich längere Zeit im Ausland war, habe ich verstanden, was für tolle Gemüsesorten wir zum Beispiel in Deutschland haben.“

Und auch die rheinhessische Küche habe er auf seinen Reisen um die Welt im Herzen behalten. „Handkäs ist ein tolles Beispiel. In Kanada habe ich beispielsweise mal ein Schwein mit Milch so lange ausgekocht, bis wir später einen ganz eigenen Handkäs aus der Milch gemacht haben.“ Götters Motto: „Nur wer die klassische ‘Hausmannsküche’ begreift und verinnerlicht, kann sich später auch an gewagten Neuinterpretationen versuchen.“ (mm)

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