Wie Mainzer Wohnungslosen bei Hitze helfen können

Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad schwitzt ganz Mainz. Auch Mainzer Wohnungslose leiden unter der Hitze. Welche Hilfe Wohnungslose nun brauchen und welche Gefahren für sie bestehen, erfahrt Ihr hier.

Wie Mainzer Wohnungslosen bei Hitze helfen können

Seit rund einer Woche werden in Mainz und Umgebung täglich Temperaturen von mehr als 30 Grad erreicht, und auch in den kommenden Tagen wird es heiß. Doch was, wenn man der Hitze schutzlos ausgesetzt ist? So geht es beispielsweise den vielen Wohnungslosen in Mainz und Umgebung.

In Bodenheim wird ein ortsbekannter Wohnungsloser beispielsweise von Mitgliedern aus der Gemeinde mit Privatspenden versorgt, wie Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig (SPD) erklärt. Dies geschehe im Sommer wie auch im Winter. Die Gemeinde sei außerdem über den Zustand des Mannes informiert. Doch wie sieht es im Mainzer Stadtgebiet aus?

Gefahr durch Dehydrierung

Der Mainzer Arzt Prof. Dr. Gerhard Trabert vom Verein „Armut und Gesundheit“ kümmert sich seit Jahren unter anderem um die medizinische Versorgung Mainzer Wohnungsloser. Gegenüber Merkurist sagt er: „Im Vordergrund steht die Gefahr der Dehydrierung aufgrund des starken Flüssigkeitsverlustes durch das Schwitzen.“ Auch sei ein Problem, dass manche Obdachlose Alkohol trinken, der dem Körper wiederum Wasser entzieht.

„Der Alkohol, wenn er von wohnungslosen Menschen konsumiert wird, und dies darf nicht generalisiert werden, entzieht dem Körper zusätzlich Flüssigkeit und ist daher eine weitere Gefahrenquelle“, so Trabert. Weitere Risiken seien Sonnenstich, Hitzschlag, Sonnenbrand bis hin zu gravierenden Verbrennungen wegen der ungeschützen Sonneneinstrahlung.

So können Mainzer helfen

Wer den Wohnungslosen helfen möchte, für den Trabert Tipps parat: „Wichtig ist unter anderem das Verschenken von Mineralwasser in Plastikflaschen. Glasflaschen können leichter zu Bruch gehen und sind auch schwerer beim Transport zum Beispiel in einem Rucksack.“ Auch Sonnenschutzcreme oder Kopfbedeckungen könnten ein hilfreiches Geschenk sein. Sollte der Verdacht auf einen Hitzschlag bestehen, sollte unbedingt der Rettungsdienst informiert werden. „Da ein Hitzschlag zu ähnlichen Symptomen wie ein Drogen- oder Alkoholrausch führen kann, lieber einmal zu viel als zu wenig die Rettungsdienste kontaktieren“, empfiehlt Trabert.

Das Arztmobil von „Armut und Gesundheit“ ist in Mainz das ganze Jahr über unterwegs. Aus dem Mobil heraus werden an die Wohnungslosen zum Beispiel Schlafsäcke, Isomatten oder Wäsche verteilt. „Wir fahren im Winter und im Sommer, wir fahren jede Woche durch Mainz. Wenn es so heiß ist, haben wir im Sommer immer Plastik-Wasserflaschen dabei, die wir großzügig verteilen“, so Trabert. Auch Schutzsalben und Cremes würden regelmäßig verteilt. „Zudem informieren wir die betroffenen wohnungslosen Menschen über die besonderen Gefahren der Hitze für sie. Falls die Hitze und Sonneneinstrahlung schon zu gesundheitlichen Folgen geführt haben, behandeln wir diese.“ (df)

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