Böllern um Silvester: Mainzer Tierheim schlägt Alarm

Bereits kurz vor Silvester sind in Mainz und Umgebung immer wieder Böller und Raketen zu hören. Für das Mainzer Tierheim bedeutet das: noch mehr gestresste, entlaufene oder verletzte Tiere.

Böllern um Silvester: Mainzer Tierheim schlägt Alarm

Einige wollen nicht darauf verzichten, andere würden es am liebsten komplett verbieten: Privates Feuerwerk an Silvester. Auch die Mitarbeiter des Mainzer Tierheims vertreten eine klare Meinung – und schlagen bereits jetzt Alarm wegen zahlreicher Tiere, die Panik bekommen, weglaufen oder verletzt werden.

„Privates Böllern sollte verboten werden“, sagt eine Sprecherin des Tierheims auf Merkurist-Anfrage. „Es gibt gute Alternativen, zum Beispiel Lasershows – und wenn es unbedingt sein muss, dann sollten es zentrale Stellen von der Stadt sein.“

Gefahr beim Gassi-Gehen

Schon am Donnerstag (28. Dezember) gab das Tierheim in den sozialen Medien bekannt, dass Tierheim-Hunde an Silvester und Neujahr nicht ausgeführt werden dürfen, ab Freitag soll es nur eingeschränkt möglich sein. Der Grund: Immer mehr Leute böllern schon vor der Silvesternacht. Am Freitag teilte das Tierheim Videos von Feuerwerk und aufgeschreckten Vögeln im Tierheim. „Für unsere Tiere ist es die Hölle“, so das Tierheim gegenüber Merkurist. „Zerstörte Zwinger, völlig erschöpfte Tiere, zerrissene Betten usw. sind Folgen dieser Tage.“

Doch nicht nur für die Tiere im Tierheim kann privates Feuerwerk zur Gefahr werden. Am Donnerstagabend wurden in Mainz zwei Hunde überfahren, nachdem sie sich vor Böllern erschrocken haben und weggelaufen sind (wir berichteten). „Sichert eure Hunde doppelt! Auch vermeintlich ‘coole’ Hunde können von jetzt auf gleich Panik bekommen“, schrieb das Tierheim schon vor diesen Unfällen in einem Instagram-Post.

Verletzte Wild- und Haustiere

Immer wieder habe das Mainzer Tierheim mit entlaufenen oder verletzten Haus- und Wildtieren zu tun. In den sozialen Medien ruft das Tierheim deshalb zur Nachsicht auf: „Bitte achtet vor allen Dingen auch auf unsere heimischen Wildtiere, sie leiden sehr und werden in den Tagen vor Silvester schon zu Opfern!“ Wer ein verletztes Wildtier sehe, solle es sichern und ins Tierheim bringen.

Auch für Tierhalter hat das Tierheim einige Tipps: „Wichtig ist die Sicherung von Hunden und Freigängerkatzen.“ Haustiere sollten gechipt und mit ihrer Chipnummer bei Tasso registriert sein. Besitzer sollten ihren Tieren einen Rückzugsort geben und am besten die Rollläden runterlassen und laut Musik oder den Fernseher anstellen. „Und wichtig ist, die Tiere nicht allein ihrer Angst auszusetzen“, so die Tierheim-Sprecherin. „Wichtig ist, dass sie Nähe und Schutz suchen können.“