Streit um Mombacher Corona-Kontrollen geht weiter – CDU gibt Erklärung ab

Nachdem Kritik am Vorgehen des Mainzer Ordnungsamts laut geworden war, meldet sich jetzt die CDU zu Wort. Der Kreisvorsitzende Thomas Gerster setzt sich in einer Mitteilung für das Ordnungsamt ein und nennt die Kritik „wenig zielführend“.

Streit um Mombacher Corona-Kontrollen geht weiter – CDU gibt Erklärung ab

Nachdem der Mombacher Ortsvorsteher Christian Kanka (SPD) Stadt und Ordnungsamt wegen einer Mitteilung zu Corona-Kontrollen in Gaststätten kritisiert hatte (wir berichteten), meldet sich nun auch die Mainzer CDU zu Wort. Die Fraktion wolle dem Ordnungsamt den „Rücken stärken“ und könne die „Kritik in den Sozialen Medien“ nicht nachvollziehen, so der Kreisvorsitzende Thomas Gerster in einer Mitteilung.

„Es ist wichtig, dass Kontrollen in Gaststätten ordnungsgemäß durchgeführt werden“, erklärte Gerster. Dabei müssten alle an einem Strang ziehen, um einen erneuten Lockdown zu verhindern. „Querschüsse aus falschverstandener Solidarität seitens der Politik sind wenig zielführend“, kritisiert Gerster. Es sei hilfreicher, das Ordnungsamt zu unterstützen, anstatt zu kritisieren. „Schließlich geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich ihr Bestes und arbeiteten häufig an der Belastungsgrenze.“

Gebe es Zweifel an dem Vorgehen der Ordnungskräfte, könne das intern untersucht werden, aber nicht über die Sozialen Medien, so Gerster weiter. „Dieses Vorgehen treibt einen Keil in unsere Gesellschaft“. Die Debatte um die Corona-Regelungen sei schon kompliziert genug – „Polemik“ helfe da nicht weiter. Der Vorwurf, dass einer der Mainzer Stadtteile in Verruf gebracht werde, sei „völlig an den Haaren herbeigezogen“, da insgesamt 14 Betriebe kontrolliert worden seien und lediglich bei sechs keine Beanstandungen festgestellt wurden. „In dieser schwierigen Zeit müssen wir zusammenstehen und uns an die Regeln halten, damit die Infektionszahlen bald wieder sinken.“

Hintergrund

Die Stadt hatte am Montag eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie von Corona-Verstößen in zwei Mombacher Gaststätten berichtete (wir berichteten). Vor allem die Kontaktnachverfolgung habe in einigen Fällen nicht funktioniert. Der Mombacher Ortsvorsteher Christian Kanka erklärte daraufhin am Donnerstag gegenüber Merkurist, dass er aus diesem Anlass den Kontakt zu einer der betroffenen Kneipen gesucht hätte. Die Schilderungen der Betreiber hätten sich stark vom Inhalt der Presseerklärung unterschieden.

Unter anderem hätten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Anzahl der Gäste nur mit denen in einer schriftlichen Kontaktliste abgeglichen, nicht aber mit den Einträgen in der Luca-App. Zudem kritisierte Kanka, dass in der Mitteilung der Stadt nicht auf die Darstellung der Gastronomen eingegangen worden sei. „Dass diese Kontrollen Sinn machen, das steht außer Frage. Aber die wohl streitbare Darstellung stört mich extremst“, sagte er. Weiter erklärte der Ortsvorsteher, er sei über die aktuelle Corona-Entwicklung bestürzt und bekomme sehr wohl mit, was sich in den Krankenhäusern abspiele. „Aber einseitige Darstellungen bringen uns in keinster Weise weiter. Ehrlichkeit muss unsere oberste Priorität sein, auch in diesem Fall.“

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