„Mainz 05 war von Anfang an großer Befürworter“

Seit 1994 gibt es das „Fanprojekt Mainz“ - und fast genauso lang ist er dabei: Thomas Beckmann. Was das Fanprojekt ausmacht und warum er auch nach 22 Jahren im Job noch immer Spaß an der Arbeit hat, verrät Beckmann im Gespräch mit Merkurist.

„Mainz 05 war von Anfang an großer Befürworter“

Gewalt mindern, Ansprechpartner bei Problemen sein oder Positionen von Fußballfans vertreten und erklären - das Team des Vereins „Fanprojekt Mainz“ hat viele unterschiedliche Aufgaben. Dabei geht es nicht nur um Fußball, sondern auch um die Arbeit mit Jugendlichen. Die Finanzierung des Projekts ist stets kompliziert, doch Teamleiter Thomas Beckmann hat viele andere Gründe, positiv auf die vergangenen 25 Jahre zurückzublicken, von denen er bereits 22 Jahre beim Fanprojekt arbeitet.

1997 kam der Sozialwissenschaftler aus Nordrhein-Westfalen für ein Praktikum nach Mainz. Am Ende blieb er und ist heute „Mr. Fanprojekt“. „Eigentlich bin ich eher als Schalke-04-Fan sozialisiert worden, aber der Übergang nach Mainz ist mir extrem leicht gefallen. Die Menschen hier waren von Beginn an sehr offenherzig, dadurch war es für mich leicht, einen Zugang zu Mainz und Mainz 05 zu finden“, so Beckmann.

Das sind die Unterstützer des Fanprojekts

Finanziert wird das Fanprojekt vom Land Rheinland-Pfalz, der Stadt Mainz und der „Deutschen Fußball Liga“ (DFL) und einem Förderkreis. Drei Mitarbeiter arbeiten in Vollzeit beim Fanprojekt, ergänzt wird das Team durch eine Honorar- und eine Halbtagskraft. „Mainz 05 müsste das Projekt eigentlich nicht unterstützen, der Verein war aber von Anfang an in Person von Harald Strutz großer Befürworter und Unterstützer“, so Beckmann. Auch ein eigener Förderverein und der Landkreis Mainz-Bingen unterstützt das Fanprojekt.

„Auch da müssen wir aber jedes Jahr aufs Neue um die Finanzierung kämpfen“, sagt Beckmann. Obwohl es nur wenige Projekte geben würde, die eine solche Form der Transparenz an den Tag legen, wie das Fanprojekt. „Wir sind ein eingetragener Verein, haben also einen Kassenprüfer, der DFL werden alle unsere Zahlen offen gelegt, Kommune und Land wechseln sich außerdem ab mit der Prüfung unserer Buchhaltung.“ Trotzdem werde immer wieder hinterfragt, ob das Geld sinnvoll eingesetzt sei. „Häufig passiert das aber aus Unwissenheit, beim Thema Pyrotechnik oder Graffiti. Wir sind Sozialarbeiter und kein Teil des Sicherheitsapparats.“

Tägliche Arbeit, das sind für Beckmann und sein Team die „normalen Bürozeiten“ von Montag bis Freitag, verschiedenste Termine, Bildungsreisen sowie die Vor- und Nachbereitung der Mainz-05-Spiele. „Außerdem haben wir viel Kontakt zu Behörden, helfen bei der Vermittlung zwischen Jugendlichen und dem Arbeitsamt, vermitteln bei Stadionverboten oder beraten eben auch Jugendliche bei Drogen- oder Schuldenproblemen“, sagt Beckmann.

„Es hält jung, wenn man immer dranbleiben muss, ich mag das.“ - Thomas Beckmann

Die Lust an seinem Job vergeht Beckmann nicht - auch nach 22 Jahren: „Es gibt Leute bei Mainz 05, die mir schon gesagt haben, dass sie mich bewundern. Man fängt ja immer wieder mit einer neuen Generation von Jugendlichen an, immer und immer wieder von vorn.“ Doch genau das sei eben auch ein Antrieb, sagt Beckmann. „Es hält jung, wenn man immer dranbleiben muss, ich mag das.“

Weitere Informationen zum Fanprojekt Mainz e.V. findet Ihr hier. (df)

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