Nach Schlaganfall: Mainzerin sammelt Spenden fürs Tierheim

Nach einem Schlaganfall verlor die Mainzerin Maria ihre Sprache. Zwei Hunde halfen ihr, sie wiederzufinden. Nun will Maria den Tieren etwas zurückgeben - und sammelt Spenden für das Mainzer Tierheim.

Nach Schlaganfall: Mainzerin sammelt Spenden fürs Tierheim

Vor einem Dreivierteljahr war das Leben von Maria Anna De Luca noch ganz normal. Sie arbeitete als Küchenverkäuferin in Wiesbaden, in ihrer Freizeit ging sie mit ihrer kleinen Mischlingshündin spazieren. Bis sich am 16. März alles änderte. Als sie gerade mit ihrer Hündin Sira rausgehen wollte, wurde Maria schwindelig. Sie wurde unruhig, schaffte es nicht, das Telefon zu bedienen und Hilfe zu rufen. „Wieso bekomme ich das nicht hin?“, fragte sie sich noch, als sie plötzlich von der Eckbank fiel.

Zwei Stunden lag Maria auf dem Bogen, den Hörer noch in der Hand, der Hund an ihrer Seite. Als das Telefon klingelte, schafft sie es, auf den richtigen Knopf zu drücken. Am anderen Ende der Leitung waren ihre Eltern. Sie waren es schließlich, die den Krankenwagen riefen - Maria hatte einen Schlaganfall. Zwei Wochen Uniklinik und drei Monate Reha folgten. „Die ersten drei Tage habe ich meine rechte Körperhälfte nicht gespürt“, sagt die Mainzerin.

Bald konnte sie sich wieder normal bewegen, aber nicht mehr reden. „Ich habe eine Aphasie, eine Wortfindungsstörung“, sagt Maria. Auch wenn sie inzwischen viele Fortschritte gemacht hat: Sprechen, Lesen und Schreiben fällt ihr noch immer schwer. Zum Gespräch mit Merkurist hat sie deshalb ihre Freundin Claudia Trapp mitgebracht - sie hilft immer dann aus, wenn Maria nicht weiter weiß. „Wenn’s ernst wird, sind wir füreinander da“, sagt Claudia.

Therapiehunde halfen, die Sprache wiederzufinden

Was Maria besonders geholfen hat, ihre Sprache wiederzufinden, waren zwei Hunde. Denn während der Reha in Bad Kamberg hatte sie zweimal die Woche eine Therapiestunde mit den Hunden Jimmy und Spike. Andere Übungen setzten sie schnell unter Stress, der spielerische Umgang mit den Tieren aber half ihr, die richtigen Wörter wieder zu finden. „Weil sie mir so viel geholfen haben, will ich nun etwas fürs Tierheim machen“, sagt Maria. Sie ist den Tränen nahe, als sie von den Hunden in ihrer Therapie erzählt. „Sie haben mich sehr bewegt.“

Schließlich kam Maria die Idee, ihre Aquarell-Malerei für eine Spendenaktion zu nutzen. „Ich hatte in der Reha angefangen, Bilder und Lesezeichen zu malen“, erzählt Maria. Sie entschied sich, sie gegen eine Spende für das Mainzer Tierheim zu verschenken. Auf Facebook rief sie ihre Freunde und Bekannte auf, sich an der Aktion zu beteiligen. „Mittlerweile sind so 320 Euro zusammengekommen“, sagt Maria. „Nächste Woche will ich das Geld dem Tierheim geben.“

Tierheim braucht Spenden für neues Hundehaus und Dachsanierung

Das Mainzer Tierheim freut sich über die Spende. „Wir finanzieren uns privat über Mitgliedsbeiträge und Spenden - und sind auf jede Spende angewiesen“, sagt der zweite stellvertretende Vorsitzende, Stefan Weisbach. Das Tierheim baut derzeit ein neues Hundehaus auf, das im Frühjahr in Betrieb gehen soll. „Für die Einrichtung und auch für die Dachsanierung unserer Tierarztpraxis können wir die Spenden gut gebrauchen.“

Noch immer kann Maria nicht arbeiten und muss Therapien machen, unter anderem bei Logopäden. Trotzdem ist sie sich sicher: 2019 geht es bergauf. Auch nach Weihnachten will sie noch Spenden für das Tierheim sammeln. Sie selbst hatte dort vor mehr als zehn Jahren ihre Hündin Sira geholt. „Seit September gehe ich auch ehrenamtlich mit den Tierheimhunden Gassi, wenn es meine Therapie-Termine zulassen.“ Wenn sich noch weitere Mainzer an der Spende beteiligen wollen, können sie Maria unter ihrer Mailadresse shopgirl270275@gmail.com kontaktieren. Für eine Spende von 5 Euro gibt es zum Dank ein Aquarell-Lesezeichen.

(nl)

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