Was Ihr jetzt zur Brückensperrung wissen müsst

Für rund vier Wochen wird die Theodor-Heuss-Brücke ab dem 12. Januar für den Autoverkehr gesperrt. Doch warum begannen die Arbeiten nicht früher? Und wer darf noch über die Brücke fahren? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Brückensperrung.

Was Ihr jetzt zur Brückensperrung wissen müsst

Am Sonntag, den 12. Januar, geht es los: Die Theodor-Heuss-Brücke wird für den privaten Autoverkehr gesperrt. Der Grund: Die sogenannten Traversenlager an der Brücke müssen ausgetauscht werden. Bei einer Untersuchung der Brücke im Juni waren Schäden an den Lagern festgestellt worden, die Stadtverwaltungen in Mainz und Wiesbaden wurden im September über die Ergebnisse informiert.

Doch warum wird die Brücke ausgerechnet in der Fastnachtszeit gesperrt? Und wer darf die Brücke mit einer Sondergenehmigung nutzen? Die Stadt Mainz und die Mainzer Verkehrsgesellschaft beantworteten bei einer Pressekonferenz am Dienstag Fragen zur Sperrung. Merkurist fasst die wichtigsten Antworten zusammen.

Wann beginnt die Sperrung?

Udo Beck, Abteilungsleiter der Mainzer Straßenverkehrsbehörde: „Der Aufbau der Schranken beginnt am Sonntag um 6 Uhr, um 12 Uhr sollen die Schranken dann heruntergehen.“ Die eigentlichen Arbeiten beginnen am Montag.

Warum wurden die Arbeiten nicht schon im Dezember durchgeführt?

Die Mainzer Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) sagt dazu: „Es gab die Überlegung, die Arbeiten direkt im November und Dezember durchzuführen. Doch das ist die wichtigste Zeit für den Einzelhandel. Deshalb haben wir uns für Januar entschieden - trotz der Fastnacht.“

Warum beginnen die Arbeiten nicht erst nach der Fastnacht, im März oder April?

Eder: „Die Arbeiten müssen in der kalten Jahreszeit stattfinden, wenn sich das Material zusammenzieht. Auch bei 13 Grad ist das machbar, nicht aber bei deutlich wärmeren Temperaturen. Außerdem: Je länger wir warten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit von Folgeschäden.“ Die Schäden an den Traversenlagern seien gravierender als zunächst angenommen.

Warum wird die Brücke überhaupt für den Individualverkehr gesperrt?

Eder: „Es gibt jetzt schon große Rückstaus in Mainz. Hätten wir nur jeweils eine Spur gesperrt, hätte das für noch mehr Luftschadstoffe gesorgt. Zudem dauert die Baumaßnahme bei einer kompletten Sperrung nicht so lange.“ Außerdem: Bei einer einseitigen Sperrung wären auch die ÖPNV-Fahrgäste von Staus betroffen gewesen.

Wer darf über die Brücke fahren?

Die Brücke ist offen für: Busse, Taxis, Rettungskräfte, Fahrräder, Fußgänger und Fahrzeuge, die nicht schneller als 60 Stundenkilometer fahren können (z.B. Mofas).

Die Brücke ist gesperrt für Autos und Lastwagen.

Eine Ausnahme gibt es für Fastnachtsredner, die hintereinander Termine in Mainz und AKK wahrnehmen müssen - allerdings nur am Abend und an den Wochenenden (wir berichteten). Für Berufsgruppen wie Pflegedienste gibt es keine Ausnahmen.

Wie wird abgesperrt?

Sowohl auf Mainzer als auch auf Wiesbadener Seite wird eine Schranke aufgestellt. Die Mainzer Schranke wird sich auf der Rheinstraße befinden, die Wiesbadener auf dem Hochkreisel in Kastel. Das Problem in Wiesbaden: Am Kreisel gibt es keine große Fläche, auf der die Fahrzeuge auf die Freigabe warten könnten. Busse und Taxis könnten also den Kreisel blockieren, was wiederum für Rückstaus sorgt.

Werden mehr Busse in beide Richtungen eingesetzt?

Ja, während der Sperrung setzt die Mainzer Mobilität zwischen den Haltestellen Mainz / Hauptbahnhof und Gustavsburg / Am Alten Fährhaus zusätzliche Busse der Linie 56 ein - von Montag bis Freitag. Richtung Mainz fahren die zusätzlichen Linien zwischen 6:37 und 9:37 Uhr, in die Gegenrichtung zwischen 13:35 und 18:07 Uhr.

Die zusätzlichen Busse (Linie 56E) fahren alle 15 Minuten kurz vor den planmäßigen Fahrten der Linien 56 und 58. In Gustavsburg halten die Busse an der Ersatzhaltestelle „Am Alten Fährhaus“, die vor dem Penny-Markt eingerichtet wird.

Gibt es besondere Angebote der Mainzer Mobilität?

Um Autofahrer zum Umsteigen auf den Bus zu motivieren, gibt es mit dem Brückenticket ein Spezial-Angebot. Alle, die zwischen dem 8. und 18. Januar eine Monatskarte kaufen, können diese dann sechs Wochen nutzen. Das Brückenticket kostet wie die reguläre Monatskarte 84,50 Euro. Fahrgäste können damit alle Busse, Straßenbahnen, S- und Regionalbahnen innerhalb von Mainz und Wiesbaden nutzen.

Nutzer des Fahrradmietsystems „MeinRad“ bekommen mit dem Code „BRUECKE2020“ ein Guthaben über 15 Euro geschenkt. Der Code ist in der App vom 8. bis 18. Januar einlösbar und bis zum Ende der Sperrung gültig.

Mit welchen Verkehrsproblemen wird gerechnet?

Gerade am kommenden Montag rechnet die Stadt Mainz mit großen Verkehrsproblemen. „Wir können nicht davon ausgehen, dass alle Bürger informiert sind, für viele kommt die Brückensperrung überraschend“, so MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof. Das gelte besonders für Pendler aus dem rheinland-pfälzischen Umland, die zwischen 40 und 50 Prozent aller Pendler über die Heuss-Brücke ausmachen. Diese werden mit Schildern auf den Autobahnen vor der Brückensperrung gewarnt. „In drei bis vier Tagen dürfte sich das einpendeln“, so Erlhof.

Allerdings werden auch danach noch viele Pendler auf die Schiersteiner und die Weisenauer Brücke ausweichen. Hier ist in den kompletten vier Wochen mit einem höheren Verkehrsaufkommen zu rechen. Spezielle Park-and-Ride-Angebote während der Brückensperrung gibt es nicht. Erlhof hofft, dass viele Pendler auf den ÖPNV ausweichen.

Wie lange dauert die Sperrung?

Die Brücke ist voraussichtlich bis 9. Februar gesperrt. Eine genaue Uhrzeit steht noch nicht fest. Udo Beck: „Wir hoffen, dass wir es noch schneller hinbekommen.“

Die Stadt Wiesbaden wird sich in einer Pressekonferenz am Donnerstag ebenfalls zur Brückensperrung äußern. (pk)

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