Warum einige Mainzer Kneipen noch nicht öffnen können

Seit Ende Mai dürfen in Mainz die Biergärten wieder öffnen, seit Anfang Juni auch die Innengastronomie. Doch einigen Kneipen bringt das noch nichts. Warum Lokale wie der „Bierstop G1“ immer noch nicht öffnen können.

Warum einige Mainzer Kneipen noch nicht öffnen können

Endlich wieder Gastronomie! Als die deutsche Fußballnationalmannschaft am Dienstagabend gegen Frankreich spielte, waren die Mainzer Biergärten und Kneipen voll. Seit dem 2. Juni darf man wieder im Lokal sitzen. Ganz so wie früher ist es allerdings noch nicht: So müssen sich die Gäste weiterhin an Hygienemaßnahmen halten, ihre Kontaktdaten hinterlassen und einen tagesaktuellen Test vorweisen.

Auch die Frage, wo die Gäste sitzen dürfen, ist in der aktuellen Corona-Verordnung des Landes geregelt. Dort heißt es: „Eine Bewirtung darf ausschließlich an Tischen mit festem Sitzplatz und unter Beachtung der Kontaktbeschränkungen […] erfolgen.“ Und weiter: „Eine Bewirtung an der Theke ist nicht zulässig.“ An der Theke dürfen demnach lediglich Speisen und Getränke abgeholt werden. Für viele Gastwirte bedeutet das einen Einnahmeausfall, da die Plätze an der Theke nicht besetzt werden können. Aber was ist, wenn die Kneipe praktisch nur aus Theke besteht?

Schon im letzten Sommer benachteiligt

So ist es beispielweise im „Bierstop G1“ im Mainzer Bleichenviertel. Bis auf einen Tisch befinden sich alle Plätze an der Theke. „Wir haben 15 Barhocker, also auch 15 Plätze. Vor Corona waren natürlich noch deutlich mehr Leute in der Kneipe, die haben dann gestanden“, erklärt Chefin Marianne Heßdörfer gegenüber Merkurist.

In diesem Jahr konnte der Bierstop wegen der Theken-Regel noch gar nicht öffnen. Im vergangenen Sommer war es lange Zeit ähnlich. Während die meisten Kneipen schon offen waren, mussten die reinen Thekenkneipen noch warten. Im Sommer 2020 war es dann erst am 15. Juli soweit. An diesem Tag wurde auch die Sperrstunde um Mitternacht aufgehoben, die gerade den Nachtschwärmer-Kneipen zugesetzt hatte.

Das Öffnungsvergnügen war für den Bierstop auch im vergangenen Jahr nur von kurzer Dauer. „Schließen mussten wir Mitte Oktober, als in Mainz die Inzidenz über 50 gestiegen war. Also hatten wir drei Monate geöffnet“, so Heßdörfer. Im März 2020 habe man sogar schon freiwillig vor dem offiziellen Lockdown geschlossen. „Allerdings ist es dann doch hart, wenn man so lange schließen muss und auch nicht weiß, wann man wieder auf machen kann.“

„Wir scharren mit den Hufen“

Die Bierstop-Chefin hofft jetzt, dass vom Land eine Ansage kommt. „Es wäre schön zu wissen: Wenn Inzidenz XY erreicht ist, können wir wieder öffnen. Letztes Jahr haben wir einen Tag vorher erfahren, dass es wieder geht.“ Natürlich müssten Maßnahmen zum Schutz vor Corona getroffen werden, so Heßdörfer. Dass aber ein Unterschied zwischen Tisch und Theke gemacht wird, könne sie nicht verstehen. Denn alle anderen Schutzmaßnahmen könne man problemlos treffen: Einlass nur mit aktuellem negativem Antigentest oder vollständigem Impfschutz, Hygienemaßnahmen und Kontakterfassung. „Wir scharren mit den Hufen und wollen wieder öffnen.“

Doch gibt es Hoffnung auf Öffnung? Ein Sprecher des Corona-Kommunikationsstabs der Landesregierung sagt auf Merkurist-Anfrage: „Dass Bewirtung an der Theke aktuell untersagt ist, liegt daran, dass die Verordnung feste Tische und feste Plätze vorschreibt. Das ist an einer Theke nicht möglich, zumal dort dann der Mindestabstand zum Ausschankbereich oft nicht eingehalten werden kann.“

Ob sich das in der 23. Corona-Bekämpfungsverordnung ändert, „gilt es abzuwarten“, so der Sprecher. „Der finale Text liegt noch nicht vor. Sie soll aber bis spätestens Donnerstag verkündet werden, damit sie pünktlich am Freitag in Kraft treten kann.“ Und vielleicht kann dann auch der Bierstop wieder öffnen.

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