Wird in Mainz zu schnell abgeschleppt?

Abschleppen ist eine teure Angelegenheit. Doch wird in Mainz zu schnell abgeschleppt? Das sagen unsere Leser und die Stadt Mainz.

Wird in Mainz zu schnell abgeschleppt?

Einen Parkplatz in der Mainzer Innenstadt zu finden, ist gar nicht so leicht - zumindest, wenn man nicht in die Parkhäuser fahren will. Deshalb kommt es nicht selten vor, dass mancher Autofahrer dort parkt, wo gar kein Parkplatz ist. Die Konsequenz: Er bekommt einen Strafzettel oder wird sogar abgeschleppt. Letzteres ist ein teures Vergnügen: Mehr als 200 Euro kostet das Abschleppen. Doch wird in Mainz auch zu schnell abgeschleppt, wie Merkurist-Leser Ralf findet?

Schaut man sich zumindest die Kommentare unter seinem Snip an, scheint er eher in der Minderheit zu sein. Andere Leser finden das zügige Abschleppen gerade gut. „Da soll es bestimmte Schilder am Straßenrand geben, deren Beachtung vor dem Abschleppen schützt!“, schreibt etwa Leserin Julia. Andere wünschen sich sogar ein noch konsequenteres Abschleppen von Fahrzeugen im absoluten Halteverbot. „Vielleicht schleppt die Stadt aber auch viel zu langsam ab, weshalb offensichtlich einige Leute nicht in der Lage oder willens sind, sich an die für alle gültigen Regeln zu halten?“, kommentiert Leser Hans.

Wann abgeschleppt wird

Wie schnell das Verkehrsüberwachungsamt abschleppt, ist allerdings von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. „Bei akuter Behinderung oder Gefährdung wird sofort entfernt“, sagt Stadt-Pressesprecher Ralf Peterhanwahr. Das sei zum Beispiel der Fall bei: Sichtbehinderung, Parken an einer engen Stelle oder beim Blockieren von Rettungszufahrten, Straßenbahngleisen oder Schwerbehindertenparkplätzen. „Bei Ladezonen wird beobachtet und gewartet, ob der Verursacher zurückkommt.“

Es sei immer eine Frage der Dringlichkeit. „Bei Rettungszufahrten oder Feuerwehrzufahrten sofort, hier wird gar nicht gewartet“, so Peterhanwahr. Bei Großveranstaltungen wie dem Gutenberg-Marathon oder dem Rosenmontag würde auch recht schnell abgeschleppt, weil die Strecke vor der Absperrung frei sein müsse.

„Zettel-Trick“ hilft nicht

Viele Autofahrer versuchen es mit dem „Zettel-Trick“, um ein Abschleppen zu verhindern. Sie legen also einen Zettel mit Namen und Handy-Nummer ins Auto. Das hilft allerdings nicht wirklich. „Dieser ‘Zettel’ bleibt gemäß der maßgeblichen Rechtsprechung überwiegend unbeachtet“, so Peterhanwahr. „Nur bei ganz konkretem Situationsbezug wird in seltenen Fällen nachgefragt - etwa bei einem Notfall beim Arzt.“ Generell gelte aber: Zettel-Schreiber parken vorsätzlich falsch und wollen sich auch noch der Strafe entziehen. (df)

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