Warum gilt eine Infektion nicht als Booster?

Menschen mit einer Booster-Impfung müssen sich in Rheinland-Pfalz nicht mehr testen lassen. Wer allerdings geimpft wurde und anschließend eine Infektion hatte, braucht weiterhin einen Test. Warum das so ist.

Warum gilt eine Infektion nicht als Booster?

Seit Anfang Dezember gilt in Rheinland-Pfalz für viele Bereiche die 2G-plus-Regel: Wer geimpft oder genesen ist, muss zusätzlich noch einen negativen Schnelltest vorlegen, um etwa ins Kino, ins Restaurant oder ins Fitnessstudio zu kommen. Ausgenommen von der Regel sind Menschen mit zusätzlicher Booster-Impfung. Bei ihnen reicht der Impfnachweis.

Das Problem: Nicht jeder kann jetzt schon geboostert werden. Das betrifft zum einen Personen, deren Impfung noch nicht lange genug zurückliegt. Aber auch kürzlich von einer Infektion genesene Personen, die zuvor schon geimpft waren, können sich in der Regel nicht boostern lassen. Auch sie müssen einen Negativtest vorweisen – was eine Merkurist-Leserin nicht verstehen kann. „Ich hatte die erste Impfung im Mai 2021. Die zweite im Juni 2021. Den Impfdurchbruch Anfang Dezember 2021“, schriebt sie. „Mein bereits vorher für den Dezember vereinbarter Boostertermin ist deshalb vom Hausarzt gestrichen worden.“

Was das Land sagt

Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium geht zwar davon aus, dass eine „vollständig geimpfte Person, die im Anschluss daran eine SARS-CoV2-Infektion durchmacht, einen ‘natürlichen Booster’“ bekomme. Allerdings verliere dieser Schutz mit der Zeit an Wirkung. Das zeige eine Studie von Yair Goldberg und weiteren Wissenschaftlern, die noch auf Daten mit der Delta-Variante basiert. Bei Omikron sei die Datenlage noch sehr überschaubar, so der Sprecher.

Zwar gebe eine Studie vom 11. Dezember Hinweise darauf, dass Geimpfte und im Anschluss Genesene (sowie Genesene und im Anschluss Geimpfte) einen besseren Schutz gegenüber Omikron hätten als nur Geimpfte oder nur Genesene. Dieser Schutz sei allerdings schwächer als bei der Delta-Variante. Auch fehle ein direkter Vergleich mit Geboosterten, so der Ministeriumssprecher.

Bei einer Auffrischungsimpfung werde eine definierte Menge an Impfstoff verabreicht. So gebe es eine individuell zwar unterschiedliche, aber auch „absehbare Immunantwort des Körpers“, wie der Sprecher erklärt. Bei einer Infektion gebe es größere Variationen – abhängig unter anderem von Virus-Variante und Krankheitsverlauf.

Booster nach drei Monaten möglich

Für die geimpfte und genesene Merkurist-Leserin heißt es jetzt erst mal: warten und weiter testen lassen. Denn das Bundesgesundheitsministerium schreibt: „Wer sich nach der COVID-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen) infiziert, kann ab drei Monaten nach der Infektion eine Booster-Impfung erhalten.“

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