Studie untersucht Auswirkungen der Corona-Krise auf die Psyche

Johannes Gutenberg-Universität sucht Teilnehmer

Studie untersucht Auswirkungen der Corona-Krise auf die Psyche

Nach einer ersten Studie im Frühjahr will sich die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) jetzt erneut mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Psyche befassen. Für eine neue Online-Studie, die sich auch mit dem Thema Impfung beschäftigt, sucht das Psychologische Institut nach Teilnehmern.

Konkret sollen die psychischen und körperlichen Langzeiteffekte rund um Covid-19 untersucht werden. Dr. Anne-Kathrin Bräscher und Prof. Dr. Michael Witthöft wollen dabei auch herausfinden, welche Einstellung die Studienteilnehmer zur Corona-Impfung haben und welche potenziell chronischen Folgen eine Covid-19-Erkrankung mit sich zieht.

An der Studie teilnehmen kann jeder, der älter als 16 Jahre ist. In einem Zeitraum von zwei Jahren werden die Teilnehmer alle sechs Wochen je etwa 15 Minuten lang befragt. Als Anreiz zum Mitmachen bietet die JGU ein Gewinnspiel an - bei jedem Messzeitpunkt hat man die Chance, einen Einkaufsgutschein im Wert von 20 Euro zu gewinnen. Erreichbar ist die Studie über einen Link.

Hintergrund:

Bereits die erste Studie brachte die Erkenntnis, dass der Lockdown im Frühjahr 2020 die psychische Belastung vieler Teilnehmer erhöhte. In drei Befragungen hatten die Wissenschaftler der JGU, der Philipps-Universität Marburg und dem Universitätsklinikum Essen Ängstlichkeit und Depressivität bei insgesamt 19.823 Personen erfasst.

„Die höheren Werte für Ängstlichkeit und Depressivität sind vermutlich nicht ausschließlich auf die Lockdown-Situation zurückzuführen, sondern wahrscheinlich auch durch die Dynamik der ersten Infektionswelle beeinflusst worden“, sagt Dr. Anne-Kathrin Bräscher vom Psychologischen Institut der JGU. Im dritten Befragungszeitraum vom 17. April bis 15. Mai 2020 waren die Werte von Ängstlichkeit und Depressivität wieder etwas geringer – jedoch weiterhin erhöht verglichen mit dem ersten Befragungszeitraum vor dem Lockdown. Frauen, junge Menschen, geringer gebildete Personen und Personen mit psychischen Störungen zeigten sich besonders stark belastet.

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