So sah Mainz in den 70ern aus

Kaum zu glauben: Die 70er-Jahre sind mittlerweile ein halbes Jahrhundert her. Seitdem hat sich Mainz stark verändert. In unserer Serie stellen wir euch die Unterschiede zwischen damals und heute vor. Heute: Teil 7.

So sah Mainz in den 70ern aus

Man fuhr VW Golf, trug Schlaghosen und Plateauschuhe und hörte Discomusik: Das und vieles mehr waren die 70er-Jahre. Doch wie sah Mainz in dieser Zeit aus? Wir geben euch einen Überblick. Im ersten, zweiten, dritten, vierten, fünften und sechsten Teil unserer Serie haben wir euch bereits einige Veränderungen im Mainzer Stadtbild gezeigt. Kurz vor dem 11.11. beschäftigen wir uns in unserem siebten Teil vor allem mit der Fastnacht im Jahr 1977. Alle Bilder wurden vom Fotografen Gerd Eichmann aufgenommen.

Rummel am Rheinufer

Solche Bilder kennt man heute nicht mehr von der Fastnacht: eine große Kirmes am Rheinufer mit Riesenrad und „Altweiber-Mühle“. Das war 1977 die große Vergnügungsmeile rund um die närrischen Tage. Zuletzt war die Kirmes an Rosenmontag auf ein Riesenrad und ein Karussell geschrumpft.

Noch bis 1985 reichte die Vergnügungsmeile bis zum Südbahnhof, es gab die größte transportable Achterbahn und sieben Autoscooter. Doch im Laufe der Jahre wurde den Schaustellern immer mehr Fläche weggenommen, etwa durch den Bau eines Kinos, von Parkhäusern und Hotels. Noch 2020 gab es eine weitere Änderung: Das Riesenrad musste vom Markt auf den Liebfrauenplatz umziehen, weil auf dem Markt eine weitere Fastnachtsbühne aufgebaut wurde. Und 2022? Dürften die meisten Mainzer froh sein, wenn die Fastnacht überhaupt wieder stattfindet.

Hier noch einmal ein Panoramablick auf den Rummel am Rheinufer:

Ein schönes Karussell gab es auch damals schon in der Altstadt, direkt vor dem Haus zum Römischen Kaiser:

Umzug

Das erste Bild zeigt einen Motivwagen aus dem Jahr 1977. Der Mainzer Holzturm trinkt ganz vorbildlich Malzbier. Im Hintergrund sind gleich zwei Supermärkte zu sehen, die es heute nicht mehr gibt: HL-Märkte wurden in den Jahren 2004 und 2005 zu Minimal-Märkten, ab 2006 dann zu Rewe umfirmiert. Auch Plus-Märkte (hier rechts im Bild) gibt es heute nicht mehr, nach der Übernahme durch Edeka wurden sie zu Netto-Filialen umgebaut.

Dieses Bild zeigt Narren auf der Ludwigsstraße. Interessant ist hier vor allem der Hintergrund: Wo man heute im „Stadtbalkon“ essen gehen kann, befand sich damals noch ein chinesisches Restaurant. Bis heute wird das Gebäude deshalb noch inoffiziell „China-Pavillon“ genannt. Für einige Jahre wurden später noch kroatische Spezialitäten im „Konoba“ serviert, ehe 2015 der Stadtbalkon eröffnete.

Das folgende Bild zeigt eine Menschenmenge auf der „Lu“, die nach eineinhalb Jahren Corona-Pandemie heute fast irreal erscheint. Im Hintergrund zeigt ein Schild Richtung Hertie, dem Vorgänger von Karstadt.

Auf dem nächsten Bild ist das Reitercorps der Prinzengarde zu sehen, im Hintergrund das Riesenrad vom Rheinrummel. Pferde sind auch heute noch beim Rosenmontagszug dabei – viele Tierschützer kritisieren diese Tradition allerdings.

Im folgenden Bild ist erneut eine Menschenmenge auf der „Lu“ Ecke Höfchen zu sehen. Was auffällt: Viele Menschen sind nicht verkleidet. Heute an Fastnacht undenkbar.

Skandal

Auch dieser Anblick ist heute undenkbar: Vor belustigten Narren läuft „Adolf Hitler“ durch die Mainzer Altstadt. Der Mann ähnelt dem Original wirklich auf beängstigende Art und Weise. Ob dieser Auftritt Konsequenzen hatte, konnten wir nicht herausfinden. Nachmachen sollte man es jedenfalls nicht. Dann doch lieber ein „Squid Game“-Kostüm.

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