Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Manche Lokale kommen und gehen und man merkt es gar nicht. Bei diesen ist es anders: Wir stellen euch frühere Kneipen, Bars und Clubs vor, die im Mainzer Nachtleben fehlen. Heute: Teil 7.

Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Die Jahre 2020 und 2021 waren für die Gastronomie wohl die schwersten überhaupt. Immer wieder mussten die Lokale wegen der Corona-Pandemie schließen. Seit Ende Mai darf die Außengastronomie in Mainz wieder öffnen, seit Anfang Juni auch die Innengastronomie.

Doch einige Lokale gab es schon vor der Corona-Pandemie nicht mehr. In unserer Serie stellen wir euch Kneipen, Bars und Clubs vor, die in den vergangenen Jahrzehnten schließen mussten – und die wir schmerzlich vermissen. Im ersten, zweiten, dritten, vierten, fünften und sechsten Teil haben wir euch bereits frühere Lokale vorgestellt, hier sind vier weitere, die im Mainzer Nachtleben fehlen:

Besitos

Seit 2004 war das Besitos am Hauptbahnhof fester Bestandteil der Mainzer Gastroszene und bekannt für Tapas, Weine, Cocktails und Longdrinks. An Silvester 2019 kam das Aus. „Ausschlaggebend für die Schließung waren strategische Gründe. Durch den Abschluss eines neuen Mietvertrages hat sich eine neue Situation ergeben“, sagte Geschäftsführer Markus Hoffmann damals gegenüber Merkurist.

Bereits im vergangenen Jahr hat Hoffmann das „Zenz“ an selber Stelle eröffnet. Der Nachfolger kommt gut an, auch wegen seinen „Brizzas“, über die Merkurist schon berichtet hat. Das „Besitos“ sollte an anderer Stelle in Mainz eröffnen, noch gibt es dazu keine Neuigkeiten.

Wendy‘s

„Wir wollen ‘Wendy's’ in Deutschland“ – für dieses Anliegen gibt es sogar eine eigene Facebook-Seite. Denn die amerikanische Fast-Food-Kette, gegründet 1969, ist absoluter Kult. Derzeit gibt es mehr als 6700 Restaurants in 27 Ländern, in Deutschland sucht man sie jedoch vergebens.

Das war allerdings nicht immer so. In den 1980er-Jahren versuchte die Kette, in Deutschland Fuß zu fassen. In Regionen mit vielen amerikanischen Soldaten und Touristen wurden „Areas“ aufgebaut, in denen sich jeweils mehrere Filialen befanden – darunter auch der Großraum Frankfurt am Main, Köln/Bonn, Heidelberg/Mannheim/Worms.

In Mainz befand sich für einige Jahre in den 80ern ein Wendy’s Restaurant in der Großen Bleiche. Erst vor wenigen Jahren eröffnete in dem Gebäude die Tex-Mex-Kette „Chidoba“. Auf einen neuen Anlauf von „Wendy’s“ müssen die Mainzer aber wohl noch länger warten.

Martinstube

Ein Mix aus deutscher und lateinamerikanischer Küche – das war das Angebot des Restaurants Martinstube in der Mainzer Mitternacht. Doch nach fast 16 Jahren war Schluss: Die Martinsstube schloss kurz vor Weihnachten 2018.

Im März 2019 wechselte schließlich der Besitzer. Der gebürtige Argentinier Alejandro Arnaudo übernahm das Restaurant und auch den Namen „Martinstube“. Doch der erhoffte Andrang blieb aus. Unter dem Namen „El Argentino“ versuchte er am 7. März 2020 einen Neuanfang – direkt vor dem Beginn der Corona-Pandemie und dem ersten Lockdown. Aus dieser Zwangspause kehrte das Lokal nicht mehr zurück. Noch heute wird ein Nachmieter gesucht.

Gebaeude27

Nur etwas mehr als ein Jahr lang gab es das Gebaeude27 am Mainzer Zollhafen. Doch in dieser Zeit hatte sich der Club viele Freunde gemacht. Auf etwa 280 Quadratmetern konnten die Mainzer in der Nähe des Nordbahnhofs ab Dezember 2015 zu elektronischer Musik tanzen. Die spartanische Einrichtung und die entspannten Elektrotunes in dem Industrie-Gebäude erinnerten manchen Besucher an Berliner Clubs.

Doch schon im Februar 2017 kam das Aus. „Ihr könnt es uns glauben, wir finden es noch zehn Mal beschissener als ihr“, schrieben die Betreiber damals auf Facebook. „Als wir in das 'Experiment' Gebaeude27 gestartet sind, hätten wir nicht gedacht, dass wir es nach so kurzer Zeit schon abbrechen müssen.“ Man hätte sich mehr Zeit gewünscht, um Dinge auszuprobieren und zu verbessern, das sei jedoch zum Ende hin nicht mehr möglich gewesen. „Leider lässt es unter Anderem unsere finanzielle Situation nicht zu, noch etwas Zeit rauszuholen“, so die Betreiber. „Das haben wir bis zuletzt versucht.“

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