So sah Mainz in den 70ern aus

Kaum zu glauben: Die 70er-Jahre sind mittlerweile ein halbes Jahrhundert her. Seitdem hat sich Mainz stark verändert. In unserer Serie stellen wir euch die Unterschiede zwischen damals und heute vor. Heute: Teil 6.

So sah Mainz in den 70ern aus

Man fuhr VW Golf, trug Schlaghosen und Plateauschuhe und hörte Discomusik: Das und vieles mehr waren die 70er-Jahre. Doch wie sah Mainz in dieser Zeit aus? Wir geben euch einen Überblick. Im ersten, zweiten, dritten, vierten und fünften Teil unserer Serie haben wir euch bereits einige Veränderungen im Mainzer Stadtbild gezeigt. Im sechsten Teil gibt es weitere Unterschiede.

St. Stephan

Wie so viele Gebäude in Mainz wurde auch St. Stephan durch die Bomben im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Innenraum und Kirchturm wurden zerstört, der schwer beschädigte Stephansturm konnte zwei Jahre später gerettet werden. 1961 erhielt der Turm dann eine neue Kuppel. In den folgenden Bildern von Eichmann seht ihr, wie die Kirche 14 Jahre später (1975), also vor weiteren größeren Renovierungen, aussah.

Auch die berühmten Chagall-Fenster gab es damals noch nicht – die wurden erst ab 1978 eingebaut. Noch Ende 1982 schuf Marc Chagall mit 96 Jahren die Entwürfe für die drei großen Fenster im Querhaus. Am 11. Mai 1985 nahm die Kirchengemeinde die letzten Fenster Chagalls in Empfang – kurz nach seinem Tod am 28. März 1985. So sieht St. Stephan heute aus:

Am Brand

Das nächste Motiv sollte euch bekannt vorkommen. Denn den Lebensbaum am Brand gibt es auch heute noch. Nur die Geschäfte hinter ihm haben sich mittlerweile geändert. Heute findet ihr dort die Bekleidungsgeschäfte Levi’s und H&M. Das Bild ist von Gerd Eichmann aus dem Jahr 1975. Die Skulptur Lebensbaum war erst drei Jahre zuvor von 1972 von László Szabó erschaffen worden.

Heute fühlen sich vor allem Tauben sehr wohl auf der Skulptur.

Zollhafen

Wer in den letzten Jahren nach Mainz gezogen ist, kennt den Zollhafen nur noch als Wohngebiet, in dem seit 2010 ein neues Gebäude nach dem anderen entsteht. Früher war der Zollhafen aber keinesfalls ein Areal, auf dem es Wohnungen und Bürogebäude gab. Der Zoll- und Binnenhafen wurde im 19. Jahrhundert nach den Plänen des Stadtentwicklers Eduard Kreyßig gebaut. Die große Einweihung war am 6. Juni 1887.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren dann 85 Prozent des Mainzer Zollhafens zerstört. Zudem wurde das nördliche Hafenbecken des Industriehafens verkleinert. Die folgenden Bilder zeigen den Zollhafen im Jahr 1975 – voller Container und einem imposanten Speicherhaus.

Der Zollhafen heute:

St. Peter

Auch die Peterskirche an der Großen Bleiche wurde im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört. In den Jahren 1959 und 1960 stellte man die Fassade wieder her und baute den Südturm auf. 1961 waren die Doppeltürme originalgetreu wiederhergestellt. Ab 1973 bis 1989 wurde immer wieder an der Kirche gearbeitet; in den Jahren 1974 und 1975 wurde das Äußere des Kirchengebäudes renoviert und das Schieferdach neu gedeckt. Das folgende Bild von Gerd Eichmann zeigt die Kirche im Jahr 1975 – der Unterschied zu heute ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen.

Rechts im Bild ist auch noch ein kleiner Teil des Allianzhauses zu sehen. Das Gebäude wurde schon 1963 errichtet und optisch auf die Peterskirche abgestimmt. Der Verband deutscher Kunsthistoriker schreibt dazu: „Architekt Ludwig Goerz entwarf auf der geräumten Fläche der Stiftsdechanei mit dem Allianzhaus ein modernes Geschäftshaus, das seit 1963 mit St. Peter ein beeindruckendes Ensemble bildet und nicht sich selbst, sondern die Kirche St. Peter in den Vordergrund stellt.“

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