Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Manche Lokale kommen und gehen und man merkt es gar nicht. Bei diesen ist es anders: Wir stellen euch frühere Kneipen, Bars und Clubs vor, die im Mainzer Nachtleben fehlen. Heute: Teil 6.

Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Die Jahre 2020 und 2021 waren für die Gastronomie wohl die schwersten überhaupt. Immer wieder mussten die Lokale wegen der Corona-Pandemie schließen. Seit Ende Mai darf die Außengastronomie in Mainz wieder öffnen, seit Anfang Juni auch die Innengastronomie.

Doch einige Lokale gab es schon vor der Corona-Pandemie nicht mehr. In unserer Serie stellen wir euch Kneipen, Bars und Clubs vor, die in den vergangenen Jahrzehnten schließen mussten – und die wir schmerzlich vermissen. Im ersten, zweiten, dritten, vierten und fünften Teil haben wir euch bereits frühere Lokale vorgestellt, hier sind vier weitere, die im Mainzer Nachtleben fehlen:

50 Grad

17 Jahre lang war das „50 Grad“ fester Bestandteil der Mainzer Clublandschaft. Sogar TV-Entertainer Joko Winterscheidt legte hier als DJ auf. Anfang September 2018 musste das „50 Grad“ endgültig schließen. Der Grund: Der Keller-Club war Teil des Gebäudekomplexes Eltzer Hof. Und eben dieser wurde Anfang 2018 vom Land Rheinland-Pfalz an die Berliner Immobilienfirma „Eltzer Hof Projektentwicklungsgesellschaft“ verkauft.

Eine Bedingung des Landes war, dass der neue Eigentümer einen mit Asbest belasteten Konzertsaal über dem „50 Grad“ nach Übernahme abreißen lässt. Und genau das wurde dem Club zum Verhängnis: Da die Außenfassade des Eltzer Hofs denkmalgeschützt ist, konnten die Arbeiten nur über einem nachträglich angebauten Gebäudeteil stattfinden – über dem Club. Mit einer „The End“-Party verabschiedete sich das „50 Grad“ am 1. September 2018.

Nero’s

Das Nero’s in der Mombacher Straße war ein Geheimtipp für Cocktail- und Burgerliebhaber. An jedem Tag hatte das Lokal ein wechselndes Special, etwa einen Würfelabend oder die „Burger Initiative“. Doch im Frühjahr 2016 kam das Aus: „Wirtschaftliche Gründe“ zwangen die Betreiber zur Geschäftsaufgabe, wie es damals hieß.

Auf das „Nero’s“ folgte zunächst das „Just Made 38“, seit 2018 befindet sich die Shisha-Bar „Boulevard“ in den Räumen.

Tangente / Tangente Jour

In der Kötherhofstraße findet man heute das Steakhaus „El Chico“ und die Cocktailbar „Santiago“. Früher ging es noch deutlich wilder zu: Etwa seit Anfang der 60er gab es dort den „Club Tangente“ sowie das benachbarte Café „Tangente Jour“. Sie waren Teil einer bundesweiten Kette, die Erich Kaub und Roland Kuffler in Heidelberg gründeten. Laut eines „Spiegel“-Artikels von 1972 gab es in dieser Zeit sogar 36 Diskotheken in Süd- und Westdeutschland sowie in Österreich. „Die Musik-Schuppen mit den Namen ‘Tangente’ und ‘Parabel’ bescheren dem einstigen Studenten-Funktionär Kaub einen Jahresumsatz von 15 Millionen Mark.“

Die Mainzer „Tangente“ sprach vor allem studentisches Publikum an. Wie die „Allgemeine Zeitung“ berichtete, habe man zu den Hochzeiten sehr lange auf Einlass warten müssen – ohne Beziehungen zum Türsteher. In den 90er-Jahren schlossen „Tangente“ und „Tangente Jour“ schließlich.

Terminus

34 Jahre lang war die Diskothek „Terminus“ die Adresse für gitarrenlastigen Rock. Die Disko hatte nacheinander drei Standorte: von 1972 bis 1982 in der Holzstraße, 1982 bis 2003 in der Industriestraße in Mombach und am Ende noch zwei Jahre (2004 bis 2006) in Ingelheim. Auch 15 Jahre nach dem endgültigen Aus gibt es noch eine Nostalgie-Webseite vom Terminus mit einigen Eindrücken von damals.

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