Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Manche Lokale kommen und gehen und man merkt es gar nicht. Bei diesen ist es anders: Wir stellen euch frühere Kneipen und Bars vor, die im Mainzer Nachtleben fehlen. Heute: Teil 5.

Diese Mainzer Lokale werden schmerzlich vermisst

Die Jahre 2020 und 2021 waren für die Gastronomie wohl die schwersten überhaupt. Immer wieder mussten die Lokale wegen der Corona-Pandemie schließen. Seit Ende Mai darf die Außengastronomie in Mainz wieder öffnen, seit Anfang Juni auch die Innengastronomie.

Doch einige Lokale gab es schon vor der Corona-Pandemie nicht mehr. In unserer Serie stellen wir euch Kneipen und Bars vor, die in den vergangenen Jahrzehnten schließen mussten – und die wir schmerzlich vermissen. Im ersten, zweiten, dritten und vierten Teil haben wir euch bereits frühere Lokale vorgestellt, hier sind vier weitere, die im Mainzer Nachtleben fehlen:

Zum Gebirg

Das war echte Tradition: Den Namen „Zum Gebirg“ trug das Restaurant in der Mainzer Oberstadt bereits seit 1926, Schankbetrieb gab es schon seit mindestens 1857. Hans-Jörg und Eva Trapp übernahmen die Leitung im Jahr 1989. Bekannt war „Zum Gebirg“ unter anderem für das „Schlachtfest“, das von Oktober bis März einmal monatlich gefeiert wurde - mit deftigen Gerichten wie Haxe, Stichpfeffer oder der klassischen Schlachtplatte.

Im März 2020 war allerdings Schluss. „Liebe Gäste und Freunde der Gaststätte Zum Gebirg, wir schließen unsere Pforten endgültig am 28.03.2020. Nach 31 Jahren möchten wir uns bei allen Gästen und Mitarbeitern herzlich bedanken, die in zahlreichen Stunden Leben in unser Gebirg gebracht haben. Wir verabschieden uns voller Dankbarkeit!“, teilte das Ehepaar auf Facebook mit.

Marmaris

In Mainz wurde das Marmaris liebevoll „Puff-Döner“ genannt, weil es sich im Gebäude des Bordells „Crazy“ befand. Der Dönerladen war für sein nettes Team und die kundenfreundlichen Öffnungszeiten bekannt: nämlich rund um die Uhr. „Dreiundzwanzig Stunden täglich geöffnet. Das Essen ist so lecker, dass man nachweislich über Monate hinweg Frühstück, Mittag und Abendessen dort einnehmen kann“, schrieb jemand auf Google über den Döner am Hauptbahnhof.

Doch im Jahr 2016 schloss der Dönerladen nach etwa 15 Jahren. Warum, wurde nicht bekannt. Zunächst eröffnete ein Irish Pub in den Räumen, später ein Friseur, mittlerweile befindet sich ein Kiosk darin.

L’Escalier

Eine Disco direkt am Winterhafen? Heute schwer vorstellbar. Doch wo seit einigen Jahren schicke Neubauten stehen, eröffneten Jürgen Bälz und Achim Goebel im Jahr 1980 das L’Escalier. Zum zehnjährigen Jubiläum des Lokals beschrieb Bälz den Stil der Disco als „zeitlos“. Man wolle keine „Jugend-Disco“ sein. Außer der Tanzfläche gab es ein Bistro und eine Freiterrasse. Auch der damalige Oberbürgermeister Jockel Fuchs freute sich darüber, dass das L’Escalier zu einem „festen Bestandteil für nette Abende im Rhein-Main-Gebiet“ geworden sei.

Auch andere Prominente zog es ins „L’Es“ oder in die „Hafenbar“, wie die Disco auch genannt wurde: darunter Dieter Hallervorden, Claus-Theo Gärtner oder Udo Jürgens. Außerdem wurde in der Diskothek jedes Jahr die Miss Mainz gewählt.

Pizza Pa

„Zum Mitnehmen, bitte!“ - was heute gang und gäbe ist, war in den 70er Jahren noch nicht alltäglich. „Pizza Pa“ war der erste Imbiss in Mainz, der seine Pizzen über die Straße verkaufte. 1975 eröffnete Jürgen Feldmann die erste Filiale von „Pizza Pa“ in der Augustinerstraße 9. Innerhalb kürzester Zeit expandierte die Pizzeria in viele Mainzer Stadtteile, im Jahr 1978 gab es schon vier Filialen: zwei in der Altstadt, eine in der Neustadt und eine Pizzeria in Weisenau.

Anfang der 90er Jahre schloss die letzte Mainzer „Pizza Pa“-Filiale, vermutlich in Weisenau.

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